Gesundheitsversorgung: Zufriedenheit der AK-Mitglieder im Innviertel hat den Tiefststand erreicht
INNVIERTEL. Immer mehr Versicherte sind mit der Gesundheitsversorgung in Oberösterreich unzufrieden. „Die Zufriedenheit unserer Mitglieder im Innviertel ist gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken und hat einen Tiefststand erreicht“, so AK-Präsident Stangl.

In den Bezirken Braunau, Ried und Schärding sind aktuell nur 42 Prozent der befragten AK-Mitglieder mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Das sind um fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 24 Prozent der Befragten sind wenig bis gar nicht zufrieden. 52 Prozent fühlen sich stark oder sehr stark durch langes Warten auf einen Termin bei einer Fachärztin bzw. einem Facharzt, für eine Untersuchung oder für eine Operation belastet. 45 Prozent haben gar keinen Termin erhalten, weil keine neuen Patienten aufgenommen werden.
Lange Wartezeiten auf Operationen
Ein großes Problem sind nach wie vor die Wartezeiten auf Operationen. 33 Prozent der Befragten im Innviertel mussten länger als drei Monate auf eine OP warten. Die Entwicklungen im öffentlichen Gesundheitssystem führen dazu, dass immer mehr Versicherte auf teure Wahl- und Privatärzte ausweichen. 33 Prozent haben keinen Termin in einer Kassenordination erhalten.
„Somit ist Gesundheitsversorgung längst eine Frage des Geldes. Das geht auf Kosten der Gesundheit jener Menschen, die sich Wahlärzte oder Zusatzversicherungen nicht leisten können oder möchten. Besonders belastet fühlen sich chronisch Kranke, da sie regelmäßig auf die öffentliche Gesundheitsversorgung angewiesen sind“, so AK-Präsident Stangl.
Forderungen der AK OÖ
- Es braucht eine gerechte, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Oberösterreich.
- Wartezeiten auf Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung müssen in allen Bereichen drastisch reduziert werden. Es braucht vor allem eine faire und transparente Terminvergabe bei geplanten Operationen.
- Die offenen Kassenstellen müssen dringend nachbesetzt und die Primärversorgungszentren ausgebaut werden. Es muss ein Rechtsanspruch geschaffen werden, der die Versorgung durch eine:n Allgemeinmediziner sicherstellt.
- Solange eine kassenärztliche Unterversorgung besteht, müssen die Versicherten den vollen Kassenarzttarif ersetzt bekommen, wenn sie zu einem Wahlarzt oder einer Wahlärztin ausweichen.
- Die Arbeitnehmer: müssen als Versicherte in der Österreichischen Gesundheitskasse wieder die klare Mehrheit bekommen. Es muss regional gewährleistet werden, dass die Beiträge der Versicherten dort verwaltet werden, wo sie arbeiten und leben.

