Ein Riedauer tauscht sein geregeltes Leben für ein Abenteuer in Afrika ein
RIEDAU. Ins Ausland gehen und Menschen helfen, das war der Traum von Peter Berghammer. Ein halbes Jahr lang unterstützt der 26-Jährige aus Riedau nun die Schwestern des Karmelordens in Mizigo in Uganda.

Seinen geregelten Alltag hat Peter Bergammer für ein Abenteuer in Afrika eingetauscht. Bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit und 35 Grad wird der Riedauer als Entwicklungshelfer den Schwestern des Karmelordens im ostafrikanischen Mizigo unter die Arme greifen. Beim Aufbau von Häusern wird er sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen können. Auch bei der Instandhaltung der Schule und der Missionsstation der Schwestern wird er helfen. Außerdem befindet sich in Mizigo ein Bildungszentrum und eine große Landwirtschaft, wo es immer etwas zu tun gibt. Gleich zu Beginn kann sich der Riedauer bei der Aidsaufklärung einen ersten Eindruck von den Menschen und dem Land machen.
Flug ins Abenteuer
Vor zwei Wochen hat Peter Berghammer, der schon viel von der Welt gesehen hat, seine Koffer – einen für Kleidung und einen zweiten mit Mitbringseln, die die Menschen daheim gespendet haben, wie zum Beispiel Stifte, Blöcke und vieles mehr – gepackt und sich in den Flieger nach Afrika gesetzt. Seine Arbeit hat er gekündigt, den Hausbau verschoben. „Ich wollte das machen, bevor ich mit dem Hausbauen anfange, denn dann kann ich mir das nicht mehr leisten“, sagt der 26-Jährige, der schon im Vorfeld für Impfungen, Ausrüstung und und und geschätzte 5000 Euro in seinen Auslandsaufenthalt investiert hat. Allein für Impfungen und Tabletten hat er rund 1000 Euro ausgegeben. Auch den über 600 Euro teuren Flug hin und retour zahlt sich der freiwillige Helfer selber.In Mizigo arbeitet der Riedauer für Verpflegung und einen Schlafplatz. Zigaretten und Alkohol werden ihm nicht fehlen. Internet und Fernsehen schon eher. „In Österreich jammern wir auf sehr hohem Niveau“, sagt der abenteuerlustige Riedauer. „Dort sehe ich, dass es nicht normal ist, dass Wasser aus der Leitung kommt und dass der Kühlschrank immer voll ist.“
Vorfreude überwiegt
Die letzten zehn Jahre hat der 26-Jährige beim Roten Kreuz gearbeitet. Als Sanitäter hat er überlegt, ob er mit „Ärzte ohne Grenzen“ ins Ausland gehen will. „Dafür hat die Ausbildung leider nicht gereicht“, erzählt er. Von der Missionsstation in Mizigo hat Berghammer von einer ehemaligen Kindergartenschwester aus Riedau, die dem Karmelorden angehört und auch dort arbeitet, erfahren. Doch wie hat sein Umfeld auf seine Pläne reagiert? „Meine Familie und Freunde finden es super. Meine Familie ist aber schon nervös“, gibt der 26-Jährige zu. Er selber hat keine Angst, nur Respekt. „Angst hab ich nicht wirklich, außer vielleicht davor, dass alles, was dort fliegt und kriecht, giftig ist“, sagt Berghammer und lacht. Ein bisschen nervös ist der Riedauer dann aber doch: „Man weiß ja nicht, was auf einen zukommt.“ Doch die Vorfreude überwiegt. Zu erleben, wie die Menschen dort leben, und deren Mentalität kennen zu lernen – darauf freut sich Peter Berghammer am meisten. „Ich glaube schon, dass einen eine solche Erfahrung verändert“, erklärt er. In einem halben Jahr wird er voraussichtlich den 14-stündigen Heimflug antreten. Allerdings hält er sich die Option auf eine Verlängerung noch offen.


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