Krankenhaus schafft für seine Fachärzte neue Möglichkeiten
ROHRBACH-BERG. In punkto Gesundheitswesen tun sich ständig neue Herausforderungen auf. Um diesen gerecht zu werden, setzt die gespag auf innovative Versorgungsmodelle und ein verstärktes Miteinander. Das Rohrbacher Krankenhaus will zu diesem Zweck für seine angestellten Fachärzte neue Möglichkeiten schaffen, damit diese leichter freiberuflich tätig werden können.

„Wir wollen den Fachärzten aus unserem Krankenhaus eine Plattform bieten, damit sie ordinieren können. Sie sollen die Räume und Geräte im Krankenhaus nutzen können und brauchen somit keine eigene Ordination“, fasst Primar Peter Stumpner, ärztlicher Leiter des LKH Rohrbach, zusammen. Er nennt seine eigene Station, die Gynäkologie und Geburtshilfe, als Beispiel: „Ich brauche mindestens sechs Fachärzte für den Dienstbetrieb. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben haben diese immer einige Tage frei, an denen sie nebenbei eine Ordination, vielleicht auch als Gruppenpraxis, betreiben könnten.“ Diese im Krankenhaus unterzubringen wäre vernünftig, weil hier die Infrastruktur zur Verfügung steht. Der Status der Freiberuflichkeit soll aber erhalten bleiben, damit auch die Krankenhaus-Ärzte eine Chance auf eine Kassenstelle haben, ergänzt Stumpner.
In der Praxis funktioniert das System eigentlich schon: Viele im Krankenhaus angestellten Ärzte, sind auch freiberuflich aktiv. „Wir wollen das nur institutionalisieren“, sagt der Mediziner. Er betont aber zugleich, dass keine Parallelstruktur aufgezogen werden soll. „Bestehende Strukturen werden wir sicher nicht angreifen. Aber wenn etwa ein Facharzt in Pension geht, bieten wir als Krankenhaus Alternativen an, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden.“ Früher war diese nebenberufliche Tätigkeit übrigens nur einem Primar erlaubt, mit der Zeit sind die Auflagen immer weniger geworden.
Als Arbeitgeber attraktiv bleiben
Hintergrund der Initiative ist der Ärztemangel. Auch wenn das Rohrbacher Spital derzeit gut besetzt ist, müsse man sich ständig um junge Ärzte bemühen. „Wir müssen als Arbeitgeber attraktiv bleiben - dazu trägt eben auch diese Möglichkeit bei, selbständig arbeiten zu können“, so Primar Stumpner. Das LKH Rohrbach ist auch ein Lehrkrankenhaus, an dem heuer sieben Studenten ihr klinisch-praktisches Jahr absolvieren.
Investitionen gehen weiter
In das gespag-Spital wird weiterhin kräftig investiert: 2015 wurde die Onkologie fertiggestellt. Außerdem haben die Planungsarbeiten für die Adaptierung und Erweiterung der Werkstätten, des Verwaltungsbereiches sowie für die Neugestaltung der Parkplätze begonnen - dafür wurden 1,2 Millionen investiert. Heuer werden neuerlich rund 2,4 Millionen in den Standort gesteckt, das umfasst vor allem die Ambulanz der Abteilung für Innere Medizin, das Kreißzimmer, das Zentrallabor und die Dialyse.
Zukunftsorientierte Schwerpunkte am Rohrbacher gespag-Standort sind, neben der breiten medizinischen Versorgung für die Bevölkerung, die Sporttraumatologie und Remobilisation, Gefäßchirurgie und die Behandlung von Adipositas.


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