Sperrmüll und anderer Abfall haben in der Natur nichts verloren
BEZIRK ROHRBACH. Drei BMW-Alufelgen samt Bereifung, ein Bürosessel und anderer Sperrmüll: Darüber, dass ihr Waldstück am Stadtrand immer wieder zugemüllt wird, ärgert sich eine Rohrbach-Bergerin. Solche illegale Abfallentsorgungen sind zwar selten geworden, kommen aber doch noch vor, wird vom Bezirksabfallverband bestätigt. Wesentlich größer ist allerdings das Littering-Problem.

Es war nicht das erste Mal, dass die Waldbesitzerin Müll auf ihrem Besitz entdeckt hat. „In den meisten Fällen handelt es sich um normale Hausabfälle, Sperrabfälle, oft auch um Grünabfälle aus dem Hausgarten, wie Grasschnitt, Äste oder Fallobst. Aber auch Öfen, Toaster und Waschmaschinen haben wir schon mehrmals gefunden - einmal sogar einen ganzen Haufen Schlachtabfälle“, berichtet die Rohrbach-Bergerin, und ärgert sich darüber: „Es ist wirklich schade, dass viele Menschen so undiszipliniert und verantwortungslos mit der Natur und auch privatem Eigentum umgehen.“ Sie würde sich wünschen, dass solchen Umweltsündern das Handwerk gelegt wird.
Strafen bis zu 7000 Euro warten auf die Übeltäter - allerdings nur, wenn sie erwischt werden.
Sperrmüll kann gratis entsorgt werden
Solche illegale Entsorgungen müssten eigentlich gar nicht sein. Vier Kubikmeter Sperrmüll können gratis in den Altstoffsammelzentren abgegeben werden. „Hausmüll- oder Bauschuttdeponien, wie sie bis Mitte der 1980er-Jahre vielerorts zu finden waren, gibt es nicht mehr, seit wir flächendeckend mit den ASZ vertreten sind“, informiert Alois Schaubmayr vom Bezirksabfallverband. Und dennoch erfahren die Umweltberater immer wieder von Umweltsünden, wie etwa einer Reifenablagerung mit 25 Reifen vor drei Jahren.
Viel größer ist allerdings die Littering-Problematik, weiß Schaubmayr. „Da wird im Auto gejausnet und dann einfach alles rausgeschmissen. Es tut weh, dass unsere schöne Landschaft so achtlos verschmutzt wird.“ Zumal der Müll und vor allem Plastik in den Bächen landet. Der Bezirksabfallverband organisiert seit vielen Jahren Kampagnen. Die wohl bekannteste ist die Flursäuberungsaktion im Frühjahr, an der sich heuer wieder 542 Freiwillige aus 21 Gemeinden beteiligt haben und mit der schon Kinder lernen, dass man nichts achtlos wegwerfen soll. „Diese tragen zwar zum Bewusstsein bei, trotzdem ist es noch zu wenig“, sagt der Verbandssekretär. Er würde sich von den Autoherstellern einen größeren Abfallbehälter im Fahrraum wünschen, vielleicht könnte so das Problem eingedämmt werden.
Wer ebenfalls illegale Müllablagerungen in der Natur entdeckt, kann ein Foto davon an redaktion-rohrbach@tips.at schicken. Wir machen diese Umweltsünden öffentlich.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden