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ROHRBACH-BERG. Beim Wochenmarkt am Samstag am Rohrbacher Stadtplatz kann man auch für den bevorstehenden Palmsonntag vorsorgen.

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Schon traditionell versorgen die Bäuerinnen sowie auch die Pfadfinder die Wochenmarkt-Besucher mit Palmbuschen. „Wir bieten vorgefertigte Türkränze und Palmbuschen an, werden aber auch am Markt direkt noch welche binden“, verrät Bezirksbäuerin Hedwig Lindorfer.

Sieben Pflanzen braucht der Palmbuschen

Der Palmbuschen wird nach altem Brauch im Oberen Mühlviertel aus sieben Pflanzen gebunden, die früher alle eine starke Beziehung zum Volksglauben und zur Volksmedizin hatten. Der Buchsbaum ist ein Symbol des Lebens; Efeu ist Zeichen für die Ewigkeit, für Treue; die Hasel steht für Weisheit und Fruchtbarkeit; die Lärche ist ein Schutzbaum; das Palmkätzchen ist Zeichen von Auferstehung und Neubeginn; der Wacholder (Segenbaum) ist der Lebendigmacher; und das dürre Eichenlaub steht für das Vergängliche. Ein Apfel, der oft in den Palmbuschen gesteckt und nach der Kirche auf alle Familienmitglieder aufgeteilt wird, er soll besonders heil- und segenskräftig sein.

Bunte Bänder

Die Palmbuschen werden mit bunten Bändern geschmückt, deren Farbe ebenfalls Bedeutung haben: Grüne Bänder sind ein Symbol für die Freude über die Auferstehung; rote Bänder sind Symbol für den Bluttod Christi; weiße Bänder stehen für die Unschuld Christi.

Segen fürs ganze Jahr

Der in der Kirche geweihte Palmbuschen wird an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Wünschen und Bitten aufgestellt. So soll er zum Beispiel im Feld die Ernte schützen, das Getreide vom Unwettern verschonen, unterm Dach vor Unwetter und Feuer bewahren, im Stall Krankheiten abwehren und im Herrgottswinkel zur Ehre Gottes angebracht werden. „Teilweise wurden die Palmkätzchen vom Mensch gegessen und an Tiere verfüttert, zum Schutz vor Krankheiten und anderen Übeln. Bis vor kurzem war es noch üblich, jeweils drei Palmkatzerl zu essen, das sollte vor Halsweh schützen“, erinnert Hedwig Lindorfer.

Waren nach einem Jahr noch Reste des alten Palmbuschens vorhanden, wurden diese Zweige nicht weggeworfen. Sie wurden in das Feuer geworfen, mit dem zu Ostern das „Weichfleisch“ gekocht wurde.

 

Weitere Bräuche rund um die Osterzeit waren z.B.

- die „Feuerweihe“ am Morgen des Karsamstags: Das Feuer, mit dem später das Weihfleisch gekocht wurde, wurde vom Pfarrer gesegnet, bevor sich jeder Glut für den Ofen daheim holen konnte.

- das Eierpecken und Eierhacken am Ostersonntag

- das „Godngehen“ am Ostermontag

Termin:

Samstag, 24. März, 8 Uhr

Stadtplatz, Rohrbach-Berg


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