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ROHRBACH-BERG. Pfarrer Johann Gruber, ermordet am Karfreitag des Jahres 1944 im Konzentrationslager Gusen, ist auch 80 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkrieges noch bekannt als „Engel in der Hölle von Gusen“. Ihm ist das Theaterstück „Der Fall Gruber“ gewidmet, das am 26. und 27. April in der Pfarrkirche Rohrbach gastiert.

Franz Froschauer als Johann Guber Foto: Werner Dedl
  1 / 2   Franz Froschauer als Johann Guber Foto: Werner Dedl

Der in Tegernbach geborene Pfarrer Johann Gruber hatte aus seiner ablehnenden Haltung gegen die Nationalsozialisten nie einen Hehl gemacht und wurde in einem Schauprozess wegen angeblicher sittlicher Verfehlungen verurteilt und ins KZ Gusen überstellt. Dort schaffte er es, trotz widrigster Bedingungen, junge Mithäftlinge zu unterrichten, Kontakt nach außen zu halten und über Bestechung der Küchenbelegschaft zusätzlich Suppe – bekannt als „Gruber Suppe“ - zu verteilen. Als alles aufflog, unterzog ihn Lagerkommandant Seidler grausamster Foltermethoden und ermordete den von den Mithäftlingen „Papa Gruber“ genannten Mann eigenhändig am 7. April, dem Karfreitag 1944.

Menschlichkeit in der Hölle

„Mir ist es wichtig, im Gedenkjahr den Blick auf eine konkrete Person zu richten. Was heißt es Widerstand zu leisten? Oft sagt man: Warum hat damals keiner was gesagt oder getan? Johann Gruber ist einer, der genau das gemacht hat und das streicht die Größe dieses Menschen heraus. Er hat es geschafft, unter unmenschlichen Bedingungen die Menschlichkeit im Wachpersonal zu wecken und ließ sich nicht in die Knie zwingen“, bewundert Paulus Manlik vom Stift Schlägl den Menschen Johann Gruber. Er organisiert in Zusammenarbeit mit dem Absolventenverband des Gymnasiums Rohrbach, dem KBW und der Caritas die Theaterauffühungen in der Rohrbacher Pfarrkirche.

Priester teilten Schicksal

Gruber war nicht der einzige Priester in Konzentrationslagern. Pfarrer Anton Hollin aus Oepping zum Beispiel oder der ehemalige Prior des Stiftes, Altmann Mager, wurden ebenfalls im KZ inhaftiert (nachzulesen im Buch „Stift Schlägl und seine Pfarren im Dritten Reich“, erhältlich an der Stiftspforte). „Oft wurden sexuelle Delikte als Gründe angegeben, denn die Verurteilten konnten schwer das Gegenteil beweisen“, sagt Paulus Manlik, „Vor allem jene, die nicht mit dem Strom schwammen und auch als unbequeme, kritische Menschen galten, wurden auf diese Weise beiseitigt“. Auch Johann Gruber war als kritischer Geist bekannt, weshalb die Kirche sich nach dem Krieg schwer mit ihm und all jenen getan hätte, die auch die Haltung der eigenen Kirche kritisiert haben. Mittlerweile hat sich diese mit Gruber ausgesöhnt und stellt sein christliches Wirken in den Mittelpunkt. Wie weit allerdings der dunkle Arm der Kriegszeit reichte, zeigt allein die Tatsache, dass erst im Jänner 2016 das Gerichtsurteil gegen Johann Gruber vollständig aufgehoben wurde.

Uraufführung im Mariendom

Das Theaterstück „Der Fall Gruber“ von Thomas Baum wurde im Vorjahr im Linzer Mariendom uraufgeführt und erzählt von drei wichtigen Lebensstationen Grubers: Seiner Zeit am Linzer Blindeninstitut, dem Prozess und der Zeit im KZ.

26. und 27. April, 19 Uhr

Stadtpfarrkirche Rohrbach

VVK: 19 Euro/Schülerermäßigung, erhältlich in den meisten Pfarrämtern im Bezirk Rohrbach und an der Stiftspforte Schlägl

AK: 21 Euro


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