Meister Lampe in Nöten: "In manchen Gebieten gibt es kaum mehr Feldhasen"
BEZIRK ROHRBACH. Dem Feldhasen geht der Lebensraum verloren. Auch im Bezirk Rohrbach hat der Bestand in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Mit ein Grund dafür ist die Intensivierung der Landwirtschaft, Gefahr droht aber auch durch den zunehmenden Verkehr und durch Raubwild.

„So einen Bestand, wie vor 20, 30 Jahren haben wir bei weitem nicht mehr“, bringt es Rohrbachs Bezirksjägermeister Martin Eisschiel auf den Punkt. „Im Vorjahr ist die Strecke (der Abschuss) zwar leicht gestiegen, aber teilweise gibt es Gebiete, wo es wirklich kaum mehr Hasen gibt.“ Gejagt wird natürlich nur, wo der Bestand gut ist. „Man muss die Jagd schon mit Bedacht ausrichten, vor einigen Jahren haben wir den Hasen etwa überhaupt nicht bejagt“, erklärt Eisschiel, für den der Feldhase eine Bereicherung ist. Das trockene Frühjahr im Vorjahr und auch heuer hilft Meister Lampe, denn die neugeborenen Märzhäschen überleben leichter.
Krähen schnappen sich kleine Hasen
Allerdings sind Krähen ein massives Problem, die sich gerade die kleinen Feldhasen holen. „Bei der Jagd nach den Krähen sind wir Landesmeister, kaum wo werden so viele geschossen wie in unserem Bezirk“, sagt der Jägermeister. Deren Jagd ist aber nur im Winter erlaubt. Auch anderes Raubwild, wie Fuchs oder Dachs, setzt dem Hasen zu.
Keine Deckung für Feldtiere
Für Christian Deschka von der Naturschutzbund-Regionalgruppe Mühlviertel West (www.naturimbild.at/Feldhase) ist hauptsächlich die Intensivierung der Landwirtschaft Grund für den Rückgang der Feldhasen. „Früher bestand die Kulturlandschaft aus einem Mosaik kleiner Wiesen und Äcker mit unterschiedlichsten Kulturen. Diese waren artenreicher und wurden später und deutlich seltener gemäht. Wenn die letzten Wiesen gemäht wurden, waren die ersten längst wieder nachgewachsen und boten den Tieren der Feldflur durchgehenden Schutz. Heute sind die Wiesen an den ersten schönen Maitagen flächendeckend kahlgeschoren. Dann sitzen die wenigen überlebenden Tiere der Feldflur am Präsentierteller für Beutegreifer.“
Er würde sich für den Artenschutz wünschen, dass die Flächen eher spät und selten gemäht werden und nach Möglichkeit nicht mit Gülle gedüngt werden. „Sehr positiv wirken sich auch Brachen, Wildäcker und Blühstreifen aus, dazwischen sollten Hecken und Raine als Verbindungslinien erhalten bleiben“, sagt Deschka. Dort könnte eine Vielfalt an Pflanzen und somit auch Feldhase, Rebhuhn & Co überleben.
Jeder kann mithelfen
Die Grünen richten zudem einen Appell an die Bevölkerung: „Beim Sporteln im Freien nicht querfeldein gehen oder laufen, Hunde nicht in Wiesen, Wälder laufen lassen, Katzen abends nicht hinauslassen und junge Feldhasen sollten unbedingt unberührt liegen gelassen werden“, nennt Grüne-Landwirtschaftssprecher Stefan Kaineder einige Beispiele, um Hasen zu helfen.


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