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Weniger Ängste, weniger Medikamente: Videobrille lenkt Patienten im Klinikum Rohrbach von Operation ab

Martina Gahleitner, 05.09.2019 10:15

ROHRBACH-BERG. Kinofilme oder Serien schauen, während der Operation? Das Klinikum Rohrbach macht es in Form einer Videobrille möglich.

  1 / 2   Mit den neuen Videobrillen im Operationssaal des Klinikums Rohrbach kommt das mobile Kino zu den Patienten. Foto: OÖG

Patienten mit lokaler Narkose können sich auf Wunsch Serien, Spielfilme, Dokumentationen oder Kindersendungen ansehen und sich damit vom eigentlichen Geschehen ablenken. Denn die Zeit während einer Narkose ist für Patienten oft nur schwer vorstellbar, die Angst vor Schmerzen und Kontrollverlust können zu innerer Unruhe und Unwohlsein und in Folge zu beschleunigtem Puls, schnellerer Atmung, erhöhtem Blutdruck führen. „So technisch ausgereift die angewandten Methoden im Operationssaal auch sind: Zahlreichen Patienten bereitet allein der Anblick eines Operationssaales oder schon der Gedanke daran spürbares Unwohlsein“, weiß Primar Kostja Steiner, Leiter des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Rohrbach. „Durch den Einsatz dieser neuartigen Videobrille bieten wir den Patienten direkt vor und während der Operation eine schonende, nicht-medikamentöse Ablenkung in Form von Filmen an“, ergänzt er.

Keine zusätzliche Belastung durch Medikamente

Die meisten Patienten möchten von der Operation nichts mitbekommen. „Bisher wurde mit mehr Medikamenten Abhilfe geschaffen“, sagt der Institutsleiter. „Durch den Brilleneinsatz kommt es zu einem deutlichen Rückgang bei der Verabreichung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Die Reduzierung der Medikamente ist besonders für ältere Patienten oder Betroffene mit beginnender Demenz wichtig, weil sie durch derartige Medikamente erheblich belastet werden.“ Das Vermeiden von Angst und Stress im Zuge einer Operation fördert zudem den Heilungsprozess.

Die Videobrille ist mit einem Kopfhörer verbunden. Somit dringen auch keine unliebsamen Geräusche - etwa bei Gelenksersatzoperationen - an das Ohr. Das Feedback der Patienten auf die Videobrillen ist sehr gut.

Spitzenmedizin mit Herz und Hirn

„Wir wollen den Patienten nicht nur die Operation so angenehm wie möglich gestalten, die Brillen müssen auch den hohen Anforderungen an Sicherheit und Hygiene genügen“, erklärt Diplom-Krankenpfleger Andreas Lindorfer, Pflegeleiter des Instituts für Anästhesie am Klinikum Rohrbach. Die Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Rohrbach ist bekannt für exzellente Spitzenmedizin und kompetente Pflege in familiärer Atmosphäre. Hier werden bei den Operationen wenn möglich Regionalanästhesien durchgeführt, die besonders schonend für die Patienten sind. In 44 Prozent der Fälle wird im Klinikum Rohrbach mittlerweile auf eine Vollnarkose verzichtet.


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