Zu mild, zu trocken: Entspannung beim Wetter auch langfristig nicht in Sicht

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Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 21.01.2020 18:00 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Viel zu warm und viel zu trocken ist es in diesem Winter. Das wirkt sich enorm auf die Natur aus. Doch eine echte Entspannung ist auch langfristig kaum in Sicht.

„Wenn wir nicht bald mehr Niederschläge bekommen, dann starten wir im Frühling schon mit einem schlechten Grundwasserpegel. Auch im Wald sind die Wasserreserven im Boden zum großen Teil aufgebraucht und der trockenheitsliebende Borkenkäfer hat noch leichteres Spiel“, befürchtet Bezirksbauernkammer-Obmann Georg Ecker für die Land- und Forstwirtschaft im Bezirk.

Bessere Aussichten hat er da schon bei den Maikäfer-Engerlingen, die im Vorjahr für enorme Schäden im Grünland gesorgt haben. Die Engerlinge hatten 2019 ihr Hauptfraßjahr. Ecker: „Aus heutiger Sicht dürfte das Problem heuer nicht so gravierend sein.“ Einziger Lichtblick ob des milden Winters sei es, dass das Wintergetreide voraussichtlich keine Auswinterungsschäden davontragen wird. Dazu wäre eine geschlossene Schneedecke von mindestens drei Monaten vonnöten.

Auch der Garten leidet

Doch nicht nur auf die Landwirtschaft hat der trockene, milde Winter negative Auswirkungen, wie Gartenexperte Harald Schütz von der Firma GartenKult aufzeigt: „Bei Obstbäumen und Büschen besteht die Gefahr, dass sie zu früh blühen und durch Spätfrost geschädigt werden.“ Heimische Arten können damit aber noch eher umgehen als Exoten.Weil aber auch die Schneedecke fehlt, werden manche Pflanzen durch Frost und Wind geschädigt und trocknen aufgrund des Niederschlagsmangels aus: „Extreme sind für fast alle Pflanzen schlecht. Steigen die Temperaturen im Frühling früher, leiden Pflanzen mit hohem Wasserbedarf wie Kirschloorbeer, Hortensien, Rhododendron, Thuja und viele Staudenarten. Wenn der Boden dann durchfriert, da die isolierende Schneedecke fehlt, können die Pflanzen kein Wasser mehr aufnehmen und trotz dem Wasser verdunsten.“

Landwirte sollten sich auf Trockenheit vorbereiten

Wenig Hoffnung auf Entspannung hat Hobby-Meteorologe Christian Nimmervoll aus Kirchschlag, der seit 1999 die Homepage www.wetter-muehlviertel.at betreibt: „Eine seriöse Prognose auf Wochen oder gar Monate ist nicht möglich. Aber Modellkarten für das nächste halbe Jahr zeigen weder bei den Temperaturen, noch bei den Niederschlägen eine größere Entspannung an.“ Schuld am milden Winter – der Dezember war um 1,2 bis 1,6 Grad zu warm – sei ein Atlantik-Hoch, das seit zwei Monaten alle Tiefdruckgebiete daran hindert, bis Österreich vorzudringen. „Wenn sie es schaffen, dann nur kurz, wie am vergangenen Wochenende oder wie es voraussichtlich ab dem 25. Jänner wieder der Fall sein wird. Da wird es wieder ein paar kältere Tage geben, aber dann wird es wieder wärmer.“ Niederschläge soll es laut Modellkarten auch im Februar oder März nur wenige geben. Nimmervoll: „Ich glaube, die Landwirtschaft sollte Vorkehrungen auf ein weiteres trockenes Jahr treffen.“

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