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Zwei HÄND-Ärzte aus dem Dienstrad abgezogen: "Wir kämpfen an vorderster Front"

Martina Gahleitner, 23.03.2020 05:44

BEZIRK. Zwei diensthabende HÄND-Ärzte hat die Behörde am Wochenende aus dem Dienstrad gezogen. Damit hat sich bestätigt, wovor Bezirksärztevertreter Werner Stütz schon die ganze Zeit gewarnt hat. Nämlich, dass niedergelassene Ärzte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in den Ordinationen ein großes Ansteckungsrisiko tragen. Denn sie kämpfen an vorderster Front.

  1 / 2   Niedergelassene Ärzte tragen ein besonders hohes Ansteckungsrisiko. Foto: airdone/Shutterstock.com

Die beiden Ärzte des Hausärztlichen Notdienstes hatten Kontakt mit Patienten, die sich später als Corona-Verdachtsfälle herausgestellt haben. „Damit hat sich die Lage für uns Ärzte und die Versorgung der Patienten zugespitzt“, kommentiert Bezirksärztevertreter Stütz das nunmehrige Fehlen seiner beiden Kollegen.

Infektionen von Ärzten werden passieren

Er fügt hinzu: „Man muss davon ausgehen, dass Infektionen bei den Hausärzten passieren werden und dann könnte es zu Problemen in der Versorgungsstruktur kommen.“ Die niedergelassenen Ärzte tragen das höchste Risiko, zumal auch Schutzanzüge für die Ordinationen derzeit nicht erhältlich sind. Kleiner Lichtblick: „Von der Firma Leripa haben wir 35 Schutzbrillen gesponsert bekommen“, sagt Stütz. In einigen Ordinationen, wie etwa bei ihm im Rohrbacher Ärztezentrum, wurden auch Plexiglasscheiben installiert. Außerdem gilt, dass Patienten vor dem Besuch in der Praxis anrufen sollen (bei Corona-Verdacht 1450 wählen). Zum Selbstschutz sollte man sich momentan überhaupt gut überlegen, ob der Arztbesuch notwendig ist.

Angedacht ist außerdem ein eigenes Fahrzeug, mit dem Visitendienste für Corona-Patienten durchgeführt werden können.

Virusträger ohne Symptome

Das größte Risiko stellen die asymptomatischen Virusträger dar – also jene Menschen, die keine Symptome von Corona zeigen, das Virus jedoch in sich tragen und somit andere anstecken können, ergänzt der Mediziner. Umso wichtiger ist deshalb, dass die Ausgangsregelung eingehalten wird.

Beschaffungsaktion läuft

Das Land OÖ hat mittlerweile eine große Beschaffungsaktion für medizinisches Verbrauchsmaterial gestartet. Es wurde die Produktion und Lieferung von Schutzmasken, Faceshields und Schutzoveralls sowie von Beatmungsgeräten beauftragt.


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