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BEZIRK. Einen Appell an die medizinische Eigenverantwortung jedes Einzelnen richten die Ärzte des Bezirkes an die Bevölkerung. Denn in den Ordinationen und im Klinikum Rohrbach muss der Betrieb reduziert werden, um das Corona-Risiko einzudämmen.

Werner Stütz und Pia Stütz-Valetti und ihre Kollegen raten, sich momentan den Arztbesuch gut zu überlegen. Foto. Gahleitner

Er hätte Ausnahmezustand vor seiner Praxis im Rohrbacher Ärztezentrum erwartet. Dem war aber bei weitem nicht so, sagt Bezirksärztevertreter Werner Stütz. „Mein Eindruck ist, dass die Leute die Vorgaben sehr ernst nehmen und sich diszipliniert verhalten. Aber zum Selbstschutz gilt, sich jeden Arztbesuch gut zu überlegen“, ergänzt der Allgemeinmediziner. Bei Bagatellen oder nur geringem Krankheitsgefühl sollte man sich mit Hausmitteln oder Eigenmedikation selbst behelfen.

Um Patientenströme zu leiten, weicht der übliche Routinebetrieb weitgehend einem Notbetrieb. „Wir setzen Maßnahmen, die sicher nicht alltäglich sind“, sagt Werner Stütz und nennt etwa die telefonische Krankmeldung, die Rezeptausstellung via Postkasten oder auch das Abweisen von Patienten in nicht dringlichen Fällen.

Telefonische Anmeldung

Wer sich krank fühlt, muss unbedingt vorher in der Hausarztpraxis anrufen, damit er gegen Ordinationsende in die Praxis gelassen werden kann. Wer sich ohnehin für einen Corona-Verdachtsfall hält, wählt am besten gleich die Gesundheitshotline 1450.

Durch Schleuse ins Spital

Am Klinikum Rohrbach werden laut Ärztlichem Direktor Wolfgang Tenschert die Termin- und Planambulanzen gestrichen und planbare Operationen ausgesetzt. Die Behandlung von akut kranken und verletzten Personen ist nicht betroffen. Um das absolute Besuchsverbot zu kontrollieren und die Patienten vor dem Coronavirus zu schützen, wurde im Spitalsgebäude eine Zugangsschleuse errichtet.

Kreative Lösungen sind nötig

Im Bezirk gibt es derzeit (bei Redaktionsschluss) neun bestätigte Corona-Fälle. „Allein am Samstag hat der HÄND acht Testungen durchgeführt. Da wird es andere Lösungen brauchen“, denkt Werner Stütz an Drive In-Testungen oder den Einsatz von eigenen Rettungswägen.

Allgemeine Schutzmaßnahmen:

* Hände mit Seife waschen bzw. desinfizieren

* Augen, Nase, Mund nicht berühren; aufs Händeschütteln verzichten

* Distanz halten (mindestens ein Meter) und Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen vermeiden (etwa im Wartezimmer)

* in gebeugten Ellenbogen husten oder niesen, Einmaltaschentücher verwenden und diese sofort entsorgen

* unnötige Wege vermeiden (auch zum Arzt)

Wer Symptome eines akuten Atemwegsinfektes mit Husten, Halsschmerzen, Fieber, Kurzatmigkeit aufweist und sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten hat bzw. Kontakt mit einer bestätigt infizierten Person in den letzten 14 Tagen hatte, muss zu Hause bleiben und die Gesundheitshotline 1450 wählen. Auf keinen Fall ohne weitere Instruktionen zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren.

Die Gesundheitshotline dient nicht für allgemeine Fragen rund um Corona. Dafür wurde die AGES-Infoline 0800 555 621 eingerichtet. Viele Informationen gibt es auch auf der Webseite des Sozialministeriumswww.sozialministerium.at.


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