LKH Rohrbach gibt Tipps zur Sturzprophylaxe im Alltag
ROHRBACH-BERG. Eine aktuelle Literaturangabe zeigt auf, dass 30 Prozent der über 60-Jährigen und rund die Hälfte der über 80-jährigen Menschen mindestens einmal im Jahr stürzen. Gunther Mittermayr, leitender Physiotherapeut am LKH Rohrbach gibt wertvolle Tipps.

Unsicherheiten beim Gehen treten im Alter oft unbemerkt auf. Schon kleine Einschränkungen steigern jedoch das Sturzrisiko – besonders wenn, wie jetzt im Winter, der Untergrund rutschig ist und die Lichtverhältnisse schlecht sind. Dabei kann man leicht selbst testen, wie gut man noch auf den Beinen ist und frühzeitig einem steigenden Sturzrisiko gegensteuern.
„Mehr als fünf Prozent aller Krankenhausaufnahmen von älteren Personen sind durch Stürze bedingt. Jeder Sturz hat eine Ursache, wie zum Beispiel Unsicherheit beim Gehen, Kraftverlust, mangelndes Gleichgewicht, verlangsamte Reaktionsfähigkeit, Gelenkserkrankungen, Schwindel oder das Nachlassen der Sehleistung“, erklärt Gunther Mittermayr, leitender Physiotherapeut am LKH Rohrbach.
Aber auch neurologische Erkrankungen, unzureichende Beleuchtung oder Gehsteigkanten können zu Stürzen führen. „Stürzen kann wirksam vorgebeugt werden. Wer sich regelmäßig ausreichend bewegt, kann das Risiko erheblich reduzieren“, sagt Mittermayr. „Bewusstes Treppensteigen oder Kniebeugen aktivieren die Beinmuskulatur. Regelmäßige Balanceübungen, zum Beispiel ein paar Sekunden auf einem Bein zu stehen, können Routine werden, die wenig zusätzlichen Zeitaufwand bedeuten“, sagt der Experte abschließend
Tipps zur Sturzvermeidung
Der Experte empfiehlt, sich von Zeit zu Zeit selbst zu testen, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Gemeinsam mit einem Physiotherapeuten lassen sich einfache Übungen erarbeiten, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.
- In Bewegung bleiben
- Die richtigen Hilfsmittel verwenden (z.B. Stock, Gehwagen etc.)
- Professionelle Beratung
- Individuell angepasstes Übungsprogramm zur Sturzvorbeugung
- Beim Läuten des Telefons nicht in Eile versetzen lassen – es darf ruhig einige Male läuten bis zum Abnehmen des Hörers
- Ausreichende Beleuchtung beim nächtlichen Gang auf die Toilette
- Den Handlauf entlang von Treppen oder Stufen nutzen
- Vermeidung von unsicheren Hausschuhen oder rutschigen Strümpfen
- Rutschfreie Matten im Bad, Haltegriffe an Badewanne oder Dusche
- Achtung auf Unebenheiten in der häuslichen Umgebung (Türstaffel, Teppichkantenetc.)
- Nicht über einen wischfeuchten Boden gehen


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