Mit gebrochener Schulter durch die Rockie Mountains: Sandra Koblmüller holte trotz widrigster Umstände Platz zwei
ROHRBACH-BERG. Nur drei Wochen nach einem schweren Mountainbikesturz und mit gebrochener Schulter erlief sich Sandra Koblmüller am vergangenen Wochenende in den USA den 2. Gesamtrang beim Trans Rockies Run.

Das Pendant zu den Alpen sind in den USA die Rocky Mountains im Bundesstaat Colorado, jedoch sind diese noch weitläufiger - die Alpen würden der Länge nach rund vier Mal in die Rockies hineinpassen. Im August findet hier jährlich ein weltweit sehr bekanntes Etappenrennen statt, der Trans Rockies Run. Einen Startplatz zu ergattern ist nicht einfach, da das Rennen auf 350 Starter limitiert ist um die Sicherheit und auch Logistik (Verpflegung, Zelt, Transport, etc.) in den Bergen gewährleisten zu können. Es handelt sich hier vorwiegend um ein „Abenteuer-Rennen“ an dem jeder halbwegs fitte Läufer teilnehmen kann und immer auch ein paar Eliteläufer aufgrund von guten Ergebnisse aus Prestigerennen oder Weltmeisterschaften eingeladen werden. „Ich hatte Glück und bekam eine Einladung zu diesem Rennen“, freut sich Koblmüller.
Training auf der Rudolfshütte
„Dieses Rennen erfordert jedoch eine besondere Vorbereitung, den gelaufen wird hier auf 3.000 bis 4.000 Metern. Jeder, der schon mal auf einem 3.000er war, weiß, dass die Luft hier dünn ist und man schnell außer Atem gerät. Ich versuchte mich daher zu Hause zuerst in einem Höhenzelt und dann auf der Rudolfshütte auf 2.300m Höhe zu akklimatisieren und meinen Körper auf das Sauerstoffdefizit vorzubereiten. Drei Wochen davor stand jedoch noch ein großes Fragezeichen vor der Teilnahme. Ich hatte einen schweren Mountainbikesturz und erlitt dabei eine Schulterfraktur. Laut Ärzten ist ein Start nicht möglich. Doch ich wollte es zumindest versuchen... Flugticket und Startplatz hatte ich sowieso schon und ich versuchte mit Therapien und positiven Gedanken die Heilung zu beschleunigen.“
Persönlicher Erfolg
Somit stand Sandra Koblmüller dann doch an der Startlinie beim Trans Rockies Run und es lief besser als erwartet: „Ich musste lediglich bei längeren Bergabstücken an Tempo herausnehmen, um keinen Sturz zu riskieren. Neben meiner Schulter war sicherlich das Laufen in so großer Höhe eine extreme Belastung für meinen Körper. Aufgrund des ständigen Sauerstoffdefizits hat der Körper keine Zeit mehr sich zu regenerieren. Hinzu kam noch sehr wenig und unruhiger Schlaf, da wir die Nächte in Zeltlagern verbrachten. Nach drei Tagen, 70 Meilen und rund 5.000 Höhenmetern kam ich glücklich, aber erschöpft als zweite Dame gesamt ins Ziel. Das Podium war sicherlich eine Draufgabe, denn für mich war alleine der Start bzw. das Finishen - da mir ja die Ärzte abrieten - ein Erfolg.“


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