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BEZIRK ROHRBACH. Anita fühlt sich wohl in Gollner, wo sie im Arcus Wohnheim St. Vinzenz lebt. „Es ist lustig hier“, sagt sie und grinst dabei übers ganze Gesicht. Anita und ihre 16 Mitbewohner im Wohnverbund haben ihren betreuten Wohnplatz gefunden – viele andere Menschen mit Beeinträchtigung allerdings leben noch zu Hause bei ihren Eltern. Einfach, weil es viel zu wenige Wohnmöglichkeiten für sie gibt.
 

  1 / 2   SP-Bezirksvorsitzender Dominik Reisinger, St. Vinzenz-Bewohnerin Anita, Artegra-Chef Werner Gahleitner und SP-Sozialsprecher Hans Affenzeller (v.l.) wollen die soziale Verantwortung nicht auf die lange Bank schieben. Foto: Gahleitner

„In unseren Werkstätten arbeiten 150 Menschen, aber nur etwa 40 von ihnen haben auch einen betreuten Wohnplatz. Das ist eine gewaltige Diskrepanz“, rechnet Artegra-Geschäftsführer Werner Gahleitner vor. Mehr Wohnplätze sind also dringend notwendig – und einige auch schon in Planung: In St. Peter sollen von der Lebenshilfe 14 Dauer- und zwei Kurzzeitwohnplätze entstehen; in Aigen-Schlägl schafft das Arcus Sozialnetzwerk 16 Dauer- und zwei Kurzzeitplätze; in St. Martin ist ein voll betreutes Wohnprojekt für rund 14 Menschen geplant. Konkrete Genehmigungen für diese Projekte liegen allerdings noch nicht vor. „Wir brauchen diese Mittelfreigabe ganz dringend, weil die Warteliste lang ist und die Plätze schnell wieder besetzt sein werden. Diese sind eigentlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Gahleitner.

Auch Kurzzeitplätze fehlen. „Es gibt nur einen im ganzen Bezirk, der zu 95 Prozent ausgelastet ist. Eltern, die etwa in Urlaub fahren möchten, müssen sich monatelang vorher dafür anmelden – und dann gibt es oft eine Absage.“

Bedarf im Sozialbereich steigt

Die Forderung der SPÖ, die Behindertenhilfe, aber auch die Altenbetreuung sowie die Kinder- und Jugendhilfe auszubauen, kommt da also genau richtig. „Der Bedarf nach zusätzlichen Leistungen im Sozialbereich steigt“, betont SP-Bezirksvorsitzender Dominik Reisinger und nennt einige Zahlen: „180 Menschen im Bezirk Rohrbach warten auf betreute Wohnplätze; 44 auf betreute Arbeitsplätze oder fähigkeitsorientierte Aktivität; 17 brauchen mobile Hilfe und Betreuung; elf Menschen warten auf persönliche Assistenz; vier zusätzliche Plätze für Frühförderung werden benötigt.“

SP-Sozialsprecher Hand Affenzeller ergänzt: „Wir brauchen mehr finanzielle Ressourcen, um die berechtigten Forderungen der Betroffenen und auch der Mitarbeiter erfüllen zu können. Zwei bis drei Prozent Budgeterhöhung pro Jahr geht einfach am Bedarf vorbei.“ Er fordert, die anstehenden Finanzausgleichs-Verhandlungen zu nutzen, um die Aufgaben der Behindertenhilfe mit einer gerechten Einnahmequelle zu verknüpfen. Auch ein Fonds für Menschen mit Beeinträchtigungen oder gerechte Beiträge von Millionären zum Erhalt des Sozialleistungsstandards sollen eingeführt werden.


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