Von der Dürre ist jeder bäuerliche Betrieb betroffen
BEZIRK ROHRBACH. Der Regen kam zu spät für viele Landwirte: Die Getreideernte war zwar gut im Bezirk, im Grünland und beim Silomais müssen die Bauern jedoch mit starken Einbußen kämpfen.

Normalerweise wird der Mais Ende September, Anfang Oktober gehäckselt. Heuer sieht man schon jetzt die Erntemaschinen auf den Kukuruz-Feldern. „Wegen der massiven Trockenheit und Hitze hat der Mais die Reife schon viel früher abgeschlossen – da wächst nichts mehr zu. Damit er noch silierfähig ist, muss er schon jetzt geerntet werden“, erklärt Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker. Im Laufe der nächsten zwei Wochen wird vermutlich alles weggehäckselt sein. Allerdings mit starken Einbußen: „Der Silomais wurde nicht so lang und hat weniger Kerne, weil es zu wenig Wasser gab. Teilweise gibt es Ertragseinbußen von 50 Prozent“, schildert Ecker die Situation.
Bauern mussten Vieh verkaufen
Der Silomais ist das Grundfutter in den heimischen Ställen. Wenn dieses fehlt, müssen die Bauern entweder Futter zukaufen oder den Viehbestand verringern – sofern nicht Reserven vom Vorjahr vorhanden sind. „Einige bäuerliche Betriebe mussten schon Rinder verkaufen“, weiß der Rohrbacher Bauernchef. Denn auch die Grünland-Betriebe haben heuer stark zu kämpfen. Die Wiesen sind braun und ausgetrocknet, ein Schnitt ist komplett verloren. Georg Ecker hofft, dass sich jetzt die Witterung bessert, damit die Landwirte noch einen Schnitt silieren oder das Vieh zumindest auf die Weide treiben können. „Aber wenn es so kalt ist wie heute morgen, wächst auch nichts mehr.“
Fünf Dürre-Jahre seit 2003
Das Land OÖ unterstützt die bäuerliche Bevölkerung und hat ein Entlastungspaket geschnürt. Zum einen dürfen Bracheflächen genutzt werden, zum anderen gibt es unbürokratische Zuschüsse bei den Sozialversicherungs-Beiträgen. Ecker will außerdem die Dürreversicherung forcieren. „Derzeit sind etwa zehn Prozent der Betriebe im Grünland gegen Dürre versichert. Das wollen wir flächendeckend schaffen“, sagt er und weist auf die Prämienzuschüsse durch das Land OÖ hin. Auch der Bund soll diesem Beispiel folgen und ebenfalls Finanzmittel für eine öffentliche Unterstützung zur Verfügung stellen. Dass eine solche Risiko-Absicherung notwendig ist, zeigt ein Blick in die Statistik: Das heurige Dürrejahr ist bereits das fünfte seit 2003. „Massive Trockenheit wird in wesentlich kürzeren Zeitrahmen immer wieder zum Problem“, sagt LAbg. Georg Ecker.


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