Zwischen Aufbruchsstimmung oder den Werten des Lebens
BEZIRK ROHRBACH. Sieben Listen kandidieren bei den Landtagswahlen am Sonntag. Einige Menschen aus dem Bezirk engagieren sich an nahezu unwählbarer Stelle. Ihr Idealismus macht ihnen Hoffnung und motiviert sie dafür.

Eine rote Hand mit gespreizten Fingern ragt in die Luft – darüber steht der Schriftzug „Ein gutes Leben für alle“. Diese Botschaft auf einem eigentlich recht einfach gehaltenen Wahlplakat ist sozusagen das politische Lebensmotto von Ronaldo de Moura (53), Zahnarzt aus Sarleinsbach und Spitzenkandidat der KPÖ für den Wahlkreis Mühlviertel. Wie der Name schon vermuten lässt, ist de Moura nicht in unseren Breitengraden geboren, sondern stammt aus Brasilien. Dort wurde er auch politisch aktiv. Geprägt haben ihn die Studentenproteste gegen die dort bis 1985 herrschende Militärdiktatur – ein Regime, das sozusagen die Rechte der Menschen unterdrückte. Sein Weg nach Österreich führte ihn später auch in die KPÖ, wo er die Werte Freiheit und Gleichheit für sich gefunden hat: Umverteilung, die Gleichheit aller Menschen, Solidarität oder das Ablehnen der Neoliberalen Denkweise sind im sozusagen wichtig. „Das ist meine Ideologie“, nennt er den Grund, warum er immer wieder zu Wahlen antritt. Hoffnung, dass die KPÖ diesmal ein besseres Ergebnis als die 0,59 Prozent im Jahr 2009 einfahren, geben ihm die Umfragen: Ein Prozent findet, dass der KPÖ-Spitzenkandidat ein guter Landeshauptmann wäre.
Parteien zu altmodischObwohl Thomas Thurner (40) aus Rohrbach nur auf Platz 30 der NEOS-Landtagsliste zu finden ist, ist er voll motiviert. „Was bewegen zu können“, nennt er seine Triebfeder, sich politisch zu betätigen. Anderen Parteien stand der Pharmazeut bisher nicht nahe. „Die waren mir alle zu altmodisch, NEOS steht für einen frischen Wind“, verrät er. Vor allem der Rückhalt seiner Partnerin ist für Thurnher eine große Unterstützung. Die Chance auch in den Landtag einzuziehen, ist sehr gering. „Da werden wir wohl ein ganz, ganz gutes Wahlergebnis brauchen“, schmunzelt er. Demokratie aktiv zu leben ist ihm aber wichtig.
Schutz des LebensGleich drei Vertreter aus dem Bezirk Rohrbach finden sich auf der Landtagsliste der Christlichen Partei (CPÖ). Sie erhielt bei den Landtagswahlen 2009 0,43 Prozent der Stimmen: Josef Kogler aus Putzleinsdorf kandidiert auf den zweiten Listenplatz, Gerhard Hermann aus Atzesberg auf Listenplatz zehn und Maria Hermann aus Lembach auf Platz 23. Die Hauptanliegen sind Lebensschutz, Ehe und Familie sowie Bildung und Kultur. Auch die aktuell im Landtag vertretenen Parteien haben Rohrbacher in ihren Reihen. Für den Wahlkreis Mühlviertel kandidieren für die SP Bgm. Dominik Reisinger, für die VP Georg Ecker, Gertraud Scheiblberger, Michaela Reiter, Manuel Krenn und Christine Pernsteiner. Für die FP geht Ulrike Wall ins Rennen und bei den Grünen steht Ulrike Schwarz auf der Liste.


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