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In der Bürgerbeteiligung und Innenentwicklung liegt die Chance für kleine Städte

Martina Gahleitner, 17.03.2016 11:25

ROHRBACH-BERG. Eine Bezirkshauptstadt ist die Visitenkarte einer Region. Dass diese gestärkt gehört, steht deshalb außer Frage. Aber wie? Olaf Heinrich, Bürgermeister der Kreishauptstadt Freyung in Niederbayern, gab bei seinem Besuch in Rohrbach-Berg auf Einladung des Wirtschaftsbundes Einblicke in die Entwicklung seiner Heimat und damit wertvolle Impulse, um Strukturveränderungen zu bewältigen. Wichtigster Leitgedanke: Aus Betroffenen und Beobachtern sollen Beteiligte werden.
 

  1 / 3   Olaf Heinrich, Bürgermeister der Kreishauptstadt Freyung in Niederbayern (l.) kam auf Einladung von Manfred Stallinger, Wirtschaftsbund-Obmann Region Rohrbach nach Rohrbach-Berg. Foto: Fellhofer

Bürgerbeteiligung und das Einbinden von regionalen Investoren nimmt in Freyung, der Hauptstadt des Landkreises Freyung-Grafenau, einen besonderen Stellenwert ein. „Wenn Menschen von dem Ort, in dem sie leben, begeistert sind, dann ist fast alles möglich“, weiß Olaf Heinrich nach acht Jahren als Bürgermeister. Dafür gibt es viele gute Beispiele: Etwa die Brauerei, die nicht an einen Groß-Investor außerhalb der Region verkauft wurde, sondern genossenschaftlich von den Freyungern selbst geführt wird. „Im Vorjahr hatten wir ganz entgegen dem Trend ein Umsatzwachstum von sechs Prozent“, zeigt der Bürgermeister auf. Auch für ein seit 20 Jahren leer stehendes Gasthaus gleich neben der Stadtpfarrkirche wurde ein Investor aus der Region gefunden, der Leerstand sei zu einem Schmuckstück geworden. Ebenso wie ein leerstehendes Modehaus, das von vier Investoren mit neuem Leben gefüllt wurde. „Wir sind der kleinste Ort Deutschlands mit einem Cineplex-Kino“, freut sich Heinrich und ergänzt: „Entscheidend für die Investoren war, dass wir als Kommune eng mit ihnen zusammengearbeitet haben. Die Menschen brauchen fruchtbaren Boden für ihre Ideen und ihre Kreativität – und das Gefühl, dass sie unterstützt werden.“

Durch die Übernahme von Verantwortung steigt die Verbindung zur Heimatstadt, ist der Bürgermeister der 7200 Seelen-Stadt überzeugt. „Ich nenne das sinnstiftende Rendite: Es ist unglaublich befriedigend, etwas zu tun für den Ort, dem man verbunden ist. Das ist ebenso wichtig, wie die Rendite die auf dem Konto landet.“

Lebensqualität verbessern

Einig ist sich der Freyunger Stadtrat (trotz fünf vertretenen Parteien) bei der kommunalen Profilierung: „Wir wollen eine Innen- statt Außenentwicklung; das Zentrum wird bei Betriebsansiedlungen bevorzugt. Außerdem machen wir keine Großinvestitionen im Tourismus, nur um des Tourismus willen. Wir wollen die Lebensqualität für die Menschen, die hier wohnen, steigern – das hilft dann zugleich dem Tourismus.“ Wohnungen werden in der Innenstadt ebenso geschaffen, wie Arbeitsplätze oder Behörden. Und als Draufgabe erfolgt bald der Spatenstich für die erste Volksmusikakademie Deutschlands, die jährlich 20.000 Besucher in die Stadt bringen soll. „Schöne Häuser, gute Gastronomie, vielfältiger Handel, Aufenthaltsplätze – wir haben ein klares Konzept zur Belebung der Innenstadt“, fasst Olaf Heinrich zusammen.

Die Parteien habe man übrigens unter anderem durch das Patent für Ideen zusammengebracht: Die Wertschätzung und Anerkennung für Vorschläge, die realisiert werden, bleiben bei jener Partei, die diese als erste eingebracht hat.


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Gastuser
Gastuser
19.03.2017 19:51

Vortrag nur für Bonzen?

Interessant ist, dass man als WB Mitglied keine Einladung für so einen Vortrag erhält. Damit erledigt sich dann der Angeführte Zusammenhalt in der Stadt.


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