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BEZIRK ROHRBACH. Obwohl die duale Ausbildung auch international als Erfolgskonzept gilt, steckt dieses System in der Krise. Denn um das Image der Lehre steht es nicht am besten - nach der Pflichtschule stehen oft höhere Schulen und ein anschließendes Studium an erster Stelle. Die Grünen gehen daher für die Lehre in die Offensive.
 

Die Grünen machen sich für die Lehre stark: LAbg. Ulrike Schwarz und Bundesrat David Stögmüller im Gespräch mit Rohrbacher Jugendlichen. Foto: Grüne

Bei 6,3 Prozent liegt die Jugendarbeitslosigkeit im Bezirk. Damit ist diese zwar geringer als im Rest von Oberösterreich, wo der Schnitt bei 7,7  Prozent liegt. Aber „jeder Jugendliche ohne Zukunftsperspektive ist einer zu viel“, begründet Grüne-Arbeitsmarktsprecherin LAbg. Ulrike Schwarz die Initiative. „Damit Jugendliche auch morgen gute Lebensperspektiven und sichere Jobs haben, müssen wir heute handeln.“ Für Schwarz mangelt es trotz drohendem Fachkräftemangel an attraktiven Lehrstellen. „Gerade in unserer Region ist die Lehre besonders wichtig. Nicht nur weil die Klein- und Mittelbetriebe auf gute Fachkräfte angewiesen sind, sondern auch um die Abwanderung zu stoppen“, ergänzt Schwarz. 228 offenen Lehrstellen im Bezirk stehen 127 Lehrstellensuchende gegenüber. Solche offenen Lehrstellen sind ein Alarmzeichen. „Wir fordern daher mehr Mittel für Lehrbetriebe und neue Wege der Zusammenarbeit von Betrieben in der dualen Ausbildung, denn nur so kann die regionale Wirtschaftsentwicklung nachhaltig abgesichert werden.“

Mehr öffentliche Ressourcen

Die Grünen fordern unter anderem 500 Euro netto im ersten Lehrjahr Mindestlohn für alle Berufe; sechs Wochen Urlaub während der Lehrzeit, denn auch Schüler haben länger frei; keinen Selbstbehalt bei Internaten und Wohnbeihilfe für Auszubildende. Vor allem soll die öffentliche Hand mehr in die Pflicht genommen werden. Grüne-Bundesrat David Stögmüller sagt dazu: „Für die berufliche Erstausbildung betragen die öffentlichen Ausgaben pro Lehrling 5745 Euro, für berufsbildende mittlere und höhere Schulen betragen diese mit 10.113 Euro fast das Doppelte. Mehr öffentliche Mittel für die Lehre sind also mehr als gerechtfertigt.“

Ein weiterer Ansatzpunkt betrifft die Modernisierung in den Berufsschulen. Für Reinhard Hacker, Grüne-Gemeinderat und selbst 39 Jahre lang Berufsschullehrer bzw. -Direktor, ist eine Lehrplan-Entrümpelung unumgänglich. „Wir müssen jenes Wissen vermitteln, das wirklich für die anstehenden Herausforderungen der Berufswelt gebraucht wird. Und wir müssen die Berufsausbildung breit anlegen, denn dies erleichtert einen Berufswechsel, aber auch den Weg zu Matura und Studium.“


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