Beratungen für junge Asylwerber werden fortgesetzt
ROHRBACH-BERG. 13 junge Asylwerber konnten seit den Beratungstagen im Frühjahr erfolgreich in Beschäftigung gebracht werden. Das Projekt wird jetzt fortgesetzt.

111 offene Lehrstellen sind derzeit beim Arbeitsmarktservice Rohrbach gemeldet, 65 davon sind sofort zu besetzen – es gibt aber nur 17 vorgemerkte Lehrstellensuchende. Die heimische Wirtschaft setzt daher verstärkt auf junge Asylwerber, die sich zu Fachkräften ausbilden lassen wollen. Dazu bietet die Bezirkshauptmannschaft mit dem Sozialhilfeverband, der selbst einen Kochlehrling sowie zwei Asylwerber zur einjährigen Berufsorientierung in der Pflege aufgenommen hat, gemeinsam mit dem AMS und der Wirtschaftskammer wieder zwei Beratungstage an: Am 14. und 15. September können sich einerseits Asylwerber zwischen 16 und 25 Jahren über die Möglichkeiten einer Lehre informieren; andererseits werden deren Eignungen, Fähigkeiten und Interessen abgefragt. Ergänzend folgen voraussichtlich im Oktober Schnupper-Tage in der Polytechnischen Schule in Rohrbach-Berg.
Sprache ist größtes Handicap
„Größtes Handicap für eine erfolgreiche Vermittlung ist die Sprache. Über den Sommer haben aber viele Jugendliche Deutschkurse besucht und somit gibt es wieder neue Bewerber für offene Stellen“, ortet AMS-Leiterin Michaela Billinger hier noch viel Potenzial. „Wir wollen diese guten Lehrlinge und künftigen Fachkräfte im Bezirk halten und nicht nach Linz abwandern lassen“, ergänzen sie und WK-Bezirksstellenobmann Herbert Mairhofer.
Unternehmer können diese Beratungstage in der Bezirkshauptmannschaft bzw. die Schnuppertage ebenfalls nutzen, um sich ein Bild von möglichen zukünftigen Mitarbeitern zu machen. Schnuppern in Betrieben ist allerdings nicht erlaubt, ergänzt Mairhofer. Die Wirtschaftskammern setzen sich aber für eine Änderung dieses Gesetzes ein.
Für die Bezirkshauptmannschaft geht es bei dem Projekt in erster Linie um eine erfolgreiche Integration der Asylwerber. „Diese dient der Sicherheit im Bezirk“, ist Bezirkshauptfrau und SHV-Obfrau Wilbirg Mitterlehner überzeugt. Zudem ist es eine Kostenfrage: Denn wenn die anerkannten Flüchtlinge einer Beschäftigung nachgehen, brauchen sie auch keine Mindestsicherung.
Für Asylwerber finden in den nächsten Wochen außerdem drei ganztägige Werte- und Orientierungskurse statt. Termine: 12. und 13. September sowie 24. Oktober in der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach.


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