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BEZIRK ROHRBACH. Als  ernst zu nehmende Konkurrenz für  den heimischen Handel trat bei der letzten Kaufkraftstrom-Analyse vor zwei Jahren der Online-Handel zu Tage. Fünf Prozent der Kaufkraft saugte dieser damals ab, inzwischen ist dieser Bereich noch weiter angewachsen. Heimische Unternehmen wissen die Möglichkeiten des  Internets allerdings auch zu nutzen.

Einkäufe werden vermehrt online getätigt, dieser Trend lässt sich nicht aufhalten. Foto: Wodicka
Einkäufe werden vermehrt online getätigt, dieser Trend lässt sich nicht aufhalten. Foto: Wodicka

Bei der Firma Dogsworld in Neufelden gehört der Online-Handel zum täglichen Geschäft. Etwa die Hälfte des Umsatzes wird übers Internet gemacht, rund 10.000 Pakete werden jedes Jahr an Kunden hauptsächlich in Österreich verschickt. „Unsere Homepage ist aber generell sehr wichtig, um Kunden auf uns aufmerksam zu machen. Diese sind dann auch bereit, zu uns ins Geschäft zu kommen“, erklärt Ralph Leitner. „Wenn wir online nicht präsent wären, hätten wir viele Kunden nicht“, ist er überzeugt. Schon seit mehr als zehn Jahren bietet der Fachmarkt Dogsworld auch über den Online-Shop alles für Hund und Katz an. Dieser muss natürlich immer aktuell gehalten und optimiert werden, betont Leitner: „Es reicht nicht, einfach eine Seite online zu stellen und zu hoffen, es verkauft sich von selbst. Das  Internet ist extrem schnelllebig. Wenn man etwa bei der google-Suche nicht mehr gefunden wird, funktioniert es nicht.“

Nicht nur in Österreich, sondern im ganzen europäischen Raum ist das Neufeldner Unternehmen Biohort  erfolgreich vertreten. „Als Hersteller verkaufen wir unsere hochwertigen Stauraumlösungen natürlich auch online, aber unser Internet-Auftritt bringt vor allem potenzielle Käufer zu den stationären Vertriebspartnern“, erklärt Arno Pirngruber. „Der befürchtete Effekt, dass die Kunden beim Händler die Produkte anschauen und dann online einkaufen, ist bei weitem nicht eingetreten.“ Im Gegenteil: Die Webseite mit dem international ausgezeichneten Shop ist für Biohort wichtiger Frequenzbringer. 

Online-Handel betrifft jede Branche

„Der Online-Handel ist die Zukunft, das lässt sich nicht aufhalten. Da können wir entweder zuschauen - oder uns wappnen und mitspielen „, meint dazu Wirtschaftskammer-Bezirksstellenobmann Herbert Mairhofer, der stolz auf die heimischen Betriebe ist: „Einige Unternehmen im Bezirk bringen sich schon ins Spiel und sind erfolgreich auf dieser Schiene unterwegs.“ Betroffen sei eigentlich jede Branche im Handel, ergänzt Mairhofer und nennt sein eigenes Maklerbüro LML als Beispiel: „Standardprodukte, wie Reiseversicherungen oder Studentenversicherungen, kann man online abwickeln, innerhalb von fünf Minuten hat der Kunde die fertige Polizze am Computer.“

Bestellt und geliefert

Schwierig sei es allerdings im Lebensmittelbereich, muss Herbert Mairhofer zugeben. „Hier muss man einfach verstärkt die Schiene der Bewusstseinsbildung fahren“, meint er. Max Jauker, Spar-Kaufmann in Aigen-Schlägl, hat eine Nische gefunden: Bei seinem Partyservice kann man auch online bestellen und bekommt die Ware nach Hause geliefert. „Es läuft sehr gut. Zwar gehen viele noch den herkömmlichen Weg über unser Geschäft oder telefonisch, aber die einfache Bestellung über unsere Website wird immer besser angenommen. Die Digitalisierung ist die Zukunft, da muss man vertreten sein“, ist er überzeugt.

Auch im Lebensmittel-Handel selbst wird sich der Weg der Bestellung noch mehr verschieben, schon viele Handelsketten haben Online-Shops eingerichtet. „Da stehen wir noch ganz am Anfang. Als kleiner regionaler Anbieter sind Online-Bestellungen für uns nicht zu finanzieren, aber über unseren Großhändler ist bereits etwas geplant“, informiert Max Jauker.


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