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Leistungsbilanz zeigt für Bezirk Rohrbach höchste Teilzeitquote und niedrigen Verdienst

Martina Gahleitner, 29.05.2017 07:43

BEZIRK ROHRBACH. Trotz wirtschaftlicher Erfolgsmeldungen wird die Leistungen der Arbeitnehmer kaum erwähnt. Das war für die Arbeiterkammer Grund, eine Leistungsbilanz der Beschäftigten aus dem Bezirk Rohrbach zu erstellen. Denn diese sind das Rückgrat der heimischen Wirtschaft.
 

Die Arbeitnehmer sind die größten Steuerzahler der Republik - darauf macht die Arbeiterkammer in ihrer Leistungsbilanz aufmerksam. Foto: Wodicka

Landesweit haben die Beschäftigten im Jahr 2016 mehr als eine Milliarde Arbeitsstunden geleistet. Dazu kommen 40 Millionen Überstunden und 60 Millionen ehrenamtlich geleistete Stunden. „Das sind beeindruckende Zahlen“, weist AK-Präsident Johann Kalliauer auf die hohe Leistungsbereitschaft hin, die im Bezirk Rohrbach ähnlich ausschaut. Die Rohrbacher sind auch überaus produktiv: Alleine in sieben ausgewählten Unternehmen mit mehr als 49 Beschäftigten, lag die Pro-Kopf-Wertschöpfung im Jahr 2015 bei fast 67.000 Euro.

75,9 Prozent Erwerbsquote

Knapp  24.000 Menschen sind im Bezirk Rohrbach unselbständig beschäftigt. Die Erwerbsquote liegt mit 75,9 Prozent knapp unter dem Landesdurchschnitt (76,6 %). Wichtigste Branchen sind die Herstellung von Waren (20 %), Land- und Forstwirtschaft (13,5 %) und der  Handel (13,1 %). Fast 35 Prozent haben einen Teilzeitjob, wobei vor allem die Frauen teilzeitbeschäftigt sind: nämlich 60 Prozent - das ist die höchste Quote aller oö. Bezirke.

Trotz Vollzeit unter 1700 Euro

Beim Einkommen nimmt Rohrbach im Bezirksvergleich den vorletzten Platz ein: Mit einem mittleren Bruttoeinkommen von 1817 Euro monatlich verdienen die Beschäftigten um 17,1 Prozent weniger als im OÖ-Median. „Etwa 2220 Arbeiter und Angestellte, das sind 14,8 Prozent, verdienen trotz Vollzeitbeschäftigung unter 1700 Euro. Frauen verdienen 28,2 Prozent weniger als Männer, im landesweiten Vergleich liegt der Bezirk Rohrbach damit an vorletzter Stelle“, ergänzt AK-Bezirksstellenleiter Manfred Riepl. „Gleiche Position ist noch immer keine Garantie für gleiche Bezahlung.“

Größter Steuerzahler

Insgesamt haben die Rohrbacher Beschäftigten im Jahr 2015 rund 845 Millionen Euro brutto verdient. Davon zahlten sie 117 Millionen Euro an Lohnsteuer und 138 Millionen an Sozialversicherungsbeiträgen. „Die Arbeitnehmer sind die größten Steuerzahler der Republik - das verschweigt man aber gerne“, zeigt Kalliauer auf, „die Arbeitnehmer haben deshalb auch ein Recht auf Gegenleistung und das Recht mitzuentscheiden, was mit dem Geld passiert.“


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