Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Keine Spur von Gleichberechtigung: Rohrbachs Frauen verdienen um 26 Prozent weniger als Männer

Martina Gahleitner, 27.09.2017 13:14

BEZIRK ROHRBACH. Heute ist Equal Pay Day, der Tag der Einkommensgleichheit, der auf die nach wie vor klaffende Einkommensschere zwischen Männer und Frauen aufmerksam macht. Ab heute bis zum Jahresende müssen Frauen noch arbeiten, um so viel zu verdienen, wie Männer jetzt schon verdient haben.
 

Armut trotz Vollbeschäftigung: Viele Frauen gehen mit maximal 1500 Euro brutto im Monat nach Hause. Foto: Wodicka

Quer durch alle Branchen, bei gleicher Ausbildung und gleicher beruflicher Stellung, verdienen Frauen weniger als Männer. Oft ist aber auch die Berufswahl für das geringere Einkommen ausschlaggebend: „Frauen-typische“ Berufe werden deutlich schlechter entlohnt. Außerdem übernehmen Frauen einen Großteil der Kinderbetreuung, Haushalt oder Pflege von Angehörigen - also der unbezahlten Arbeit zu Hause. „Frauen-Einkommen knicken oft schon nach der Geburt des ersten Kindes ein, weil sie länger zuhause bleiben und dann nur mehr Teilzeit arbeiten“, zeigt SP-Bezirksfrauenvorsitzende Ingrid Groiß auf.

Einkommensarmut ist Altersarmut

Die ungerechtfertigten Einkommensunterschiede wirken bis ins Alter nach. Denn „magere Einkommen münden in mageren Pensionen“, ergänzt Groiß. Trotz ganzjähriger Vollbeschäftigung gehen rund 20.000 Oberösterreicherinnen mit maximal 1500 Euro brutto im Monat nach Hause.

Um zwei Tage verbessert

Im Bezirk Rohrbach hat sich der Equal Pay Day gegenüber dem Vorjahr um zwei Tage verbessert, allerdings verdienen weibliche Beschäftigten gegenüber ihren männlichen Kollegen noch immer um 26,1 Prozent weniger. „Von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit kann da längst nicht die Rede sein“, betont Ingrid Groiß. Die SPÖ fordert daher ein Lohntransparenzgesetzt, damit sich Frauen besser für ihr Recht einsetzen können, sowie 1500 Euro Mindestlohn, steuerfrei, für alle Branchen.

Einkommenstransparenz in Landesbetrieben

Das Land Oberösterreich nimmt in Bezug auf die Einkommenstransparenz eine Vorreiterrolle ein, wie Frauen-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) informiert: „Alle oö. Landesbetriebe mit mehr als 150 dauernd beschäftigten Arbeitnehmern haben bereits erstmals mit 31. Juli 2011 einen Einkommensbericht erstellt – laut Gleichbehandlungsgesetz wäre dies erst ab dem Jahr 2014 vorgesehen gewesen. Die oö. Landesunternehmen dienen somit als Vorbild für private Unternehmen.“ Haberlander meint weiter: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte heute selbstverständlich sein. Dem ist aber nicht immer so. Daher muss es ein wichtiges Ziel sein, die Einkommensschere zu schließen und damit mehr Einkommensgerechtigkeit zwischen Frauen und Männern zu schaffen.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden