Was die junge Wirtschaft braucht: weniger Bürokratie, weniger Abgaben, alternative Geldquellen
BEZIRK ROHRBACH. Auch wenn die wirtschaftliche Stimmung unter den Jungunternehmern gut ist, braucht es Unterstützung. Andreas Höllinger, Bezirksvorsitzender der Jungen Wirtschaft, weiß, wo der Schuh drückt.

Laut einer Umfrage des market-Instituts glauben rund zwei Drittel der befragten Jungunternehmer an eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs. Allerdings sind acht Prozent weniger optimistisch, als bei der letzten Umfrage vom Dezember – ein leichter Dämpfer, der sich auch in der sinkenden Bereitschaft zeigt, Personal aufzustocken: Nur mehr 30 Prozent – anstatt der 41 Prozent zu Beginn des Jahres – können sich vorstellen, neue Mitarbeiter einzustellen. „Die hohe Abgabenquote ist hierbei ein großes Hindernis. Wir als Junge Wirtschaft appellieren an die Politik, die Quote auf 40 Prozent zu senken sowie die Körperschaftssteuer auf 20 Prozent zu reduzieren“, zeigt Andreas Höllinger auf. Und ergänzt: “Die neue Regierung hat so einiges versprochen und wir bleiben zuversichtlich, dass den Worten auch Taten folgen.“
Bekanntheitsgrad erhöhen
Im Bezirk Rohrbach sehen sich junge Unternehmer zudem mit den Herausforderungen konfrontiert, ihren Produkten, Dienstleistungen und beachtlichen Innovationen gebührende Bekanntheit zu verschaffen, um sich auf dem globalen Markt behaupten zu können, weiß der JW-Bezirksvorsitzende. Verbesserungswürdig ist auch die Infrastruktur – von einer verbesserten Verkehrsverbindung mit dem Zentralraum bis hin zum Ausbau des Internets. „In der heutigen Zeit wächst die Bedeutung einer optimalen Anbindung erheblich. Die Digitalisierung bietet großartige Chancen zur Prozessoptimierung und zum Vertriebsausbau, allerdings braucht es dafür die technischen Voraussetzungen wie ein schnelles Internet“, sagt Höllinger.
Bürokratiedschungel wächst
Quer durch Oberösterreich zeigt die market-Umfrage ein bekanntes Bild: Hohe Lohnnebenkosten und ein immenser bürokratischer Aufwand zählen zu den größten Hemmschuhen, die junge Unternehmen am Wachstum hindern.
Alternative Finanzierungsformen ermöglichen
Wenngleich die Investitionspläne junger Unternehmer auf hohem Niveau bleiben. „Allerdings hinkt Österreich bei privaten Investitionen im europäischen Vergleich weit hinterher, da wirksame steuerliche Anreize fehlen, um in den innovativen Unternehmernachwuchs zu investieren. Wir brauchen endlich effektive Impulse, um den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern“, spricht Höllinger etwa einen Beteiligungsfreibetrag von 100.000 Euro an. „Nur wenn gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, können wir motivierten und innovativen Jungunternehmen OÖ als Standort schmackhaft machen und damit auch für die Regionen einen Mehrwert erzielen.“


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