„Das ist die schlechteste Ernte, an die ich mich jemals erinnern kann“
BEZIRK ROHRBACH. Fährt oder wandert man durch den südlichen Teil des Bezirkes, so kann man das Trauerspiel mit eigenen Augen sehen: Braune Wiesen, durstiger Mais und schmächtiges Korn, soweit das Auge reicht. Die Ernte fällt dementsprechend schlecht aus

Die Niederschlagswerte zwischen 1. Jänner und 30. Juni lagen im Bezirk bei 369 Millimetern und liegen damit 13 Millimeter unter dem langjährigen Wert. Das hört sich nach nicht viel Defizit an, punktuell gab es jedoch so gut wie keine Niederschläge. Schon in jenen Gegenden im Norden des Bezirkes, in denen es ab und zu doch ein wenig geregnet hat, klagen die Landwirte über große Einbußen. Bisher konnte nur etwa die Hälfte des Grünschnitts eingebracht werden, der in einem durchschnittlichen Jahr anfällt.
Totalausfälle im Süden
In den südlichen Bereichen wie etwa St. Martin kommt es sogar zu Totalausfällen im Grünland. „Dort hat es seit Ende März fast nichts geregnet. Das ist natürlich eine Katastrophe für die Bauern“, bringt es Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker auf den Punkt. Zwar gebe es die Möglichkeit, sich über die Hagelversicherung auch gegen Dürre zu versichern; Jene Landwirte aber, die keine entsprechende Absicherung haben, schauen finanziell durch die Finger. „Wir arbeiten aber mit Hochdruck an einer Lösung für diese Bauern und ich bin auch mit dem Land Oberösterreich und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger in Kontakt“, so Ecker.
Korn und Mais
Nicht ganz so trostlos schaut es bei der Getriede-Ernte aus. Zwar ist auch hier nur ein Ertrag von etwa der Hälfte eines normalen Jahres zu erwarten, Totalausfälle gebe es hier aber Gott sei Dank keine. Ähnlich schaut es auch beim Silomais aus. „Dort, wo es geregnet hat, ist der Bestand in Ordnung. In den trockeneren Gebieten ist er momentan nur halb so hoch wie sonst und er rollt schon seine Blätter ein – eine Schutzfunktion, damit weniger Wasser verdunsten kann“, erklärt Ecker, und resümiert: „Es ist die schlechteste Ernte, an die ich mich jemals erinnern kann – und ich schaue mittlerweile doch auch schon etliche Jahre zurück.“
Regional große Unterschiede
Im Oberösterreich-Vergleich zeigt sich deutlich, dass der Bezirk Rohrbach einer der Verlierer bei den Erntemengen ist. Die Erträge sind regional sehr unterschiedlich, seien aber in Anbetracht der extrem schwierigen Witterungsbedingungen respektabel, erklärt die Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Erst gegen Ende Juni und im Juli gab es insgesamt wieder großflächiger nennenswerte Niederschläge. Das bisherige Defizit konnte damit bei weitem nicht ausgeglichen werden, sodass bis heute das oberösterreichische Grünland unter Wassermangel leidet. Grünlandbetriebe werden nur mit äußerst knapper Futtergrundlage in den Winter gehen. Viele Bauern setzen ihre Hoffnungen in den Zwischenfruchtfutterbau.


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