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BEZIRK ROHRBACH. Die Finanzgebarung der Gemeinden hat die Direktion Inneres und Kommunales überprüft und bewertet. Mit dem Ergebnis, dass sich die Bonität in den vergangenen Jahren durchwegs verbessert hat.

Mehr als die Hälfte der Rohrbacher Gemeinden wurden punkto Bonität mit der Bestnote 1 bewertet, so auch die Bezirkshauptstadt Rohrbach-Berg. Foto: Gahleitner

Basis für die Bewertung ist die „freie Budgetspitze“, also der Selbstfinanzierungsrahmen einer Gemeinde für Investitionen. Liegt diese über sechs Prozent, gibt es die Note 1. Im Bezirk Rohrbach gibt es gleich 21 solcher Einser-Gemeinden, wobei Nebelberg Spitzenreiter ist. Eine freie Budgetspitze von 16,61 Prozent hat man hier erwirtschaftet, Sarleinsbach schaffte 16,07 Prozent, Lembach liegt bei 13,05 Prozent.

57 Prozent aller Rohrbacher Kommunen sind Einser-Gemeinden mit einer laut IKD-Bewertung „angemessenen Selbstfinanzierungskraft“. Der Rest erhielt die Bewertung 3 und hat somit eine „gewisse Selbstfinanzierungskraft“. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor erhielten nur sechs Gemeinden die Bestnote 1, für 17 gab es eine 5 (A, B oder C).

Sparsam wirtschaften

Den größten Sprung nach oben schaffte St. Ulrich: Im Jahr 2015 noch 5C-Gemeinde (mit einer Finanzkraft pro Einwohner unter 895 Euro), gab es heuer eine Einser-Bewertung. „Die neue Gemeindefinanzierung macht es leichter, wir haben jetzt mehr Spielraum“, sagt Bürgermeister Alfred Allerstorfer. Im Vorjahr konnte St. Ulrich erstmals einen Überschuss erwirtschaften – dank Steuerbefreiungen, höherer Ertragsanteile und der neuen Bewertung der Einheitswertung. Aber natürlich müsse man sparsam wirtschaften, bekräftigt der Ortschef.

Nicht so finanzkräftig, wie es scheint

Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit sieht auch Bürgermeistersprecher Wilfried Kellermann, Bürgermeister in Ulrichsberg, als Basis für eine erfolgreiche Gemeinde. Denn trotz der guten Bewertung sind „unsere Gemeinden nicht finanzkräftig. Für große Projekte fehlen oft frei verfügbare Mittel.“ Die Bonitätswertung müsse man in Relation sehen: „Die Gemeinden im Bezirk haben ein eher niedriges Budget – da ist ein guter Prozentsatz relativ schnell zu erreichen.“ Und nach wie vor gebe es Gemeinden, die in den Härteausgleich fallen, damit sie das Budget ausgleichen können.

Grundsätzlich werde die neue Gemeindefinanzierung aber positiv gesehen. „Die Mittelverteilung erfolgt objektiver und es liegt mehr in der Eigenverantwortung der Gemeinden, was sie damit leisten“, sagt Kellermann.


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