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BEZIRK ROHRBACH. Fast 2,2 Millionen Euro hat die Arbeiterkammer alleine im Bezirk Rohrbach für Arbeitnehmer erkämpft. Die enorme Zunahme sozialrechtlicher Streitfälle macht Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer Sorgen.

Foto: Weihbold
Foto: Weihbold

Während die Anzahl der Anfragen im Arbeitsrecht rückläufig ist, ist jene zu sozialrechtlichen Belangen, beispielsweise zu Pension, Pflegegeld oder Arbeitslosengeld um 17 Prozent gestiegen. „2018 haben wir bereits ein neues Angebot eingeführt: Die AK berät in Sachen Pflegegeldeinstufung. Aber auch auf die Pensionshotline herrscht großer Andrang“, so Kalliauer.

Dort, wo Bedarf ist

Für Bezirksstellenleiter Manfred Riepl und das Rohrbacher Team war es ein herausforderndes Jahr. 3.949 AK-Mitglieder wandten sich im Vorjahr an sie, davon kamen 1.173 persönlich. „Das zeigt, dass wir genau dort sind, wo Bedarf ist, nämlich vor Ort.“ 2019 konnten 60 Fälle gerichtlich oder außergerichtlich abgeschlossen werden, etwa jener einer Arbeitnehmerin, bei der die AK-Experten bei ihrer Pensionierung entdeckten, dass ihr Eintrittsdatum falsch angenommen wurde, weil ein Dienstverhältnis mit einer Vorgängerfirma nicht berücksichtigt wurde. Ein Versicherungsdatenauszug brachte Klarheit und so standen der Frau statt neun Monatsgehältern Abfertigung zwölf Gehälter zu, was einer Differenz von über 5.000 Euro entsprach. Die Frau ging zur Arbeiterkammer und innerhalb von 14 Tagen hatte sie ihr Geld am Konto.

Falsch eingestuft

Ganz anders ging es einer Mitarbeiterin, die jahrelang nachweislich im Kollektivvertrag falsch eingestuft war. Ihre Firma reagierte auf keine Intervention durch die AK. Später vor Gericht bestritt das Unternehmen die Falscheinstufung und zeigte keine Einsicht. Erst nach der gerichtlichen Verurteilung zur Zahlung bekam die Frau nach über einem Jahr das ihr zustehende Geld.


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