Covid-Massentestungen im Bezirk Rohrbach laufen: "Jeder aufgespürte Positive ist gut"
BEZIRK ROHRBACH. „Und? Warst auch schon testen?“ 196.508 Oberösterreicher konnten diese Frage am heutigen Samstag, Stand 17.45 Uhr, schon mit Ja beantworten, 667 davon waren positiv (zum neuen Covid-Dashboard für Oberösterreich). Im Bezirk Rohrbach hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt knapp 9.400 Menschen zur Covid19-Antigentestung angemeldet, das ist etwa ein Sechstel der Einwohner des Bezirkes.

Vor den Kameras der Medien ließ sich Wilbirg Mitterlehner auf der Teststraße in Ulrichsberg selbst auf Covid19 testen. „Zum Zahnarzt gehen ist auf jeden Fall schlimmer“ lautete ihr Fazit nach dem Nasenabstrich, behutsam durchgeführt von Gemeindearzt Andreas Gabriel, und das anschließende Testergebnis „Negativ“ ließ kaum eine Viertelstunde auf sich warten.
Eigentlich alles unkompliziert, möchte man meinen, und doch lassen sich bis dato nur relativ wenige Landsleute zu den kostenlosen Corona-Massentests bewegen. Um die Hemmschwelle herabzusetzen und eventuelle technische Probleme bei der Anmeldung von vorneherein als Grund auszuschließen, nicht zum Test zu gehen, kann man nun auch jederzeit ohne Anmeldung zu den Teststraßen kommen. Dass es sich auszahlt, zeigen auch die Resultate: Immerhin konnten am ersten Testtag am Freitag 22 positive Tests im Bezirk Rohrbach ausgewertet werden, am Samstag alleine bis 10 Uhr sechs weitere. Diese werden mittels noch exakterem PCR-Test ein zweites Mal getestet, um das Ergebnis des Schnelltests zu prüfen.
„Sehr sichere Schnelltests“
„Wir benutzen hier sehr sichere Schnelltests mit äußerst geringer Fehlerquote. Ein vermeintlich unsicheres Ergebnis sollte hier also keine Ausrede sein, sich nicht testen zu lassen“, erklärt Arzt Andreas Gabriel, der ergänzt: „Ich sehe in meinem Alltag in der Praxis: Das Virus ist diffus in der Bevölkerung und die meisten, die an Covid19 erkranken, wissen nicht, woher sie es haben, wenn nicht direkt aus der Familie.“
Dreizehn Teststraßen wurden alleine im Bezirk Rohrbach aufgebaut. Eine Mammut-Aufgabe für Behörde, Gemeinden, Rotes Kreuz, Feuerwehr und Ärzteschaft, die binnen kürzester Zeit alles organisieren mussten: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, so viele Teststationen anzubieten, damit so viele Menschen wie nur möglich kommen können“, sagt die Bezirkshauptfrau und dankt den vielen Freiwilligen und Organisationen, die in einem „Netzwerk der Unterstützung“ - wie Bezirksfeuerwehrkommandant Sepp Bröderbauer es nennt - vier Tage lang ihr bestes geben.
Pro Tag sind im gesamten Bezirk 360 Personen an den 13 Teststationen im Einsatz, davon insgesamt binnen der 4 Tage 540 Kameraden der Feuerwehr, die für Transportlogistik und Lotsendienste zuständig sind. Dazu kommen noch täglich rund 140 Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die als Abstreicher und Auswerter aktiv sind. Auch die niedergelassenen Ärzte beteiligen sich geschlossen an der für die Bevölkerung kostenlosen Aktion. Die Gemeinden stellen Mitarbeiter für die Datenerfassung.
Rohrbach in aktuellen Zahlen
Von dem unrühmlichen Spitzenplatz als Region mit den meisten relativen Neuinfektionen auf der Welt ist der Bezirk Rohrbach binnen einem knappen Monat zum Glück wieder weggekommen. Dennoch sind mit Stand 12. Dezember, 7.30 Uhr, 225 positive Covid19-Fälle im Bezirk zu verzeichnen (Quelle: Bezirkshauptmannschaft Rohrbach). Zudem hat sich aktuell im Bezirksaltenheim Ulrichsberg ein Cluster mit 25 Personen entwickelt, der der Bezirkshauptfrau Kopfzerbrechen bereitet: „Wir wissen nicht, über welchen Weg die Infektionen in das Heim gekommen sind, tun aber alles dafür, dass es sich nicht noch weiter ausbreiten kann. Wir waren ja schon der Corona-Hotspot und sind oberösterreichweit auch der Bezirk mit den relativ gesehen meisten Toten (76 Todesopfer bis 12.12.2020, 7.30 Uhr, Anm. d. Red.). So etwas will ich auf keinen Fall mehr haben.“
Jetzt noch testen
Ein Mittel, um möglichst viele symptomlose Infektionen in der Bevölkerung zu finden, sind die aktuellen Massentests, die noch bis Montag, 14. Dezember, jeweils von 8 bis 20 Uhr angeboten werden. Anmeldungen sind unter https://oesterreich-testet.at/#/registration/start möglich, eine Testung ist aber auch jederzeit ohne vorherige Anmeldung möglich (Lichtbildausweis nicht vergessen).


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden