Grenzgeschichten: Das Ende der deutschen Bewohner Böhmens
Am 13. März 1938 wurde Österreich an Deutschland und am 8. Oktober auch Böhmen angeschlossen.

Unser heutiges Bundesland Oberösterreich erhielt Krumau und Kaplitz bis zum Kriegsende dazu. Die Tschechen flohen und kehrten im Mai 1945 in ihre Heimat zurück. Sofort begannen sie, die NS-Rädelsführer zu verhaften, und verurteilten sie zu hohen Strafen. Alle deutschsprechenden ansässigen Bewohner mussten zur Strafe eine weiße Armbinde tragen, durften kein Fahrrad und kein Radio besitzen. Viele hielten diese Schmach nicht aus und flohen in das benachbarte Mühlviertel. Aber auch hier ging die Suche nach ihrer Ansicht nach Schuldigen fort.
Im Mühlviertel aufgespürt und verurteilt
So ist auch der am Steindenkmal genannte Steininger zu Tode gekommen. Er ist aber nur ein Beispiel für viele, die im Mühlviertel aufgespürt wurden. Entlang der Mühlviertler Böhmerwaldgrenze sind viele Zeugnisse dieser Verfolgung zu finden. Schließlich kam es zur Vertreibung aller, die vor 70 Jahren begonnen hat und viel Leid über sie brachte. Entlang der Böhmerwaldgrenze erinnern Denkmäler an tragische Todesfälle und Heimatverlust nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Wenn einst kein Zeitzeuge mehr am Leben sein wird, halten Erinnerungstafeln das Schicksal der Böhmerwaldbewohner wach.
Verfasser: Fritz Winkler


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