Grenzerinnerungen: Grenzbrand forderte ein Todesopfer
Vor dem Grenzübergang Predni Vyton – Guglwald liegt eine unfallträchtige Straßenkurve. Vor 66 Jahren versammelten sich hier vor Ostern etliche Mühlviertler Feuerwehren, die von der österreichischen Zollwache zu Hilfe gerufen wurden.

Grund dafür war ein Dorfbrand unmittelbar an der Staatsgrenze auf tschechischem Boden. Doch die tschechische Polizei ließ den österreichischen Feuerwehren die Grenze nicht überqueren. Das schaurige Ausmaß des Brandes ließ ein Übergreifen der Feuersbrunst auf österreichisches Staatsgebiet befürchten. Auf tschechischer Seite waren keine Löschmaßnahmen zu beobachten, denn die Bewohner des Nachbardorfes waren ausgesiedelt und die Häuser daher unbewohnt. So lag die Vermutung nahe, die Tschechen hätten den Brand absichtlich gelegt. Außerdem hatten sie von den Häusern nach der Schneeschmelze die Strohdächer abgenommen, vermutlich um das dringend benötigte Stroh als Einstreu in jenen Ställen zu verwenden, wo sie nach der Vertreibung die Rinder sammelten.
Unfall auf Fahrt zum Einsatzort
Auch die Weißenbacher Feuerwehr eilte an die Grenze, um zu helfen. Ihr Fahrzeug kam aber in der berüchtigten Kurve von der Straße ab und Kamerad Gillhofer aus Stumpten wurde dabei tödlich verletzt.
Das Großfeuer in Böhmen griff Gott sei Dank nicht auf die Nachbarschaft über. Die Feuerwehren ließen zwar ihre Brandwächter zurück, fuhren aber alle vor Einbruch der Nacht wieder heim. Aber die Kunde vom Tod eines Kameraden bewegte nicht nur die Feuerwehren, sondern die gesamte Grenzregion. So reifte auch der Entschluss, für ihn am Todesort ein Erinnerungszeichen zu setzen. Seither steht dort die schlichte Säule, die bei ihrer Errichtung vom Dorfpfarrer gesegnet wurde. Die Feier führte eine große Zahl an Gläubigen zum Gebet zusammen und ist bei den Älteren bis heute in Erinnerung geblieben.
Verfasser: Fritz Winkler


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