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ST. JOHANN. Als Tips-Redakteur hat Christian Hartl den Bleistift respektive die Tastatur zur Seite gelegt. Dafür ist er, zumindest hobbymäßig, unter die Autoren gegangen. Unseren Lesern erzählt er von seinen gar nicht so einfachen, aber letztlich doch erfolgreichen Anfängen als Schriftsteller.

Der ehemalige Tips-Redakteur Christian Hartl ist unter die Krimi-Autoren gegangen, Ende April erscheint sein Debütroman. Foto: Thomas Keplinger

Ich habe eigentlich nie geplant, einen Roman zu herauszubringen. Aber das Leben schreibt die besten Geschichten und man muss eben nehmen, was man kriegt. Und: Eine Krimi-Satire über das obere Mühlviertel wollte ich immer schon lesen, leider gab es bis jetzt keine.

Kuriose Kriminalfälle und der vielzitierte „österreichische Schmäh“: Diese Kombination war sozusagen der Ausgangspunkt, aus dem in nächtelanger, durchaus oft nicht immer Früchte tragender Schreibarbeit meine Krimi-Satire „Mord im Mühlviertel“ entstanden ist.

Alles begann beim Radlfahren

Die Idee, ein Buch zu schreiben war dem Zufall geschuldet: Nach einer kleinen Mountainbike-Tour im Sommer 2014 machte ich verschwitzt und durstig eine Rast neben dem Misthaufen eines Bauernhofes in der Gemeinde St. Peter. Ich trank aus meiner Trinkflasche und sinnierte, was die Landwirte beim Mist-Ausbringen nicht alles zu Gesicht bekommen würden. Mein Gedanke, dass diese Haufen eigentlich perfekt wären, um dort auch unliebsame Personen verschwinden zu lassen, ließ mich nicht mehr los – der perfekte Ausgangspunkt für einen Krimi. Aus einer kurzen Notiz wurde eine Geschichte und der Gedanke, daraus ein Buch zu machen, nahm erste Formen an. „Eine Handlung muss her“, dachte ich mir. Eine Krimi-Handlung, um die ich meine bisher gemachten Erlebnisse und Gedanken über meine unmittelbare Heimat bauen kann. Was dann kam, war ein sogenanntes Selbststudium: Es erschöpfte sich im Anschauen zahlreicher Krimis im Fernsehen und Lesen zahlreicher Bücher. Die Fragen: Wie werden solche Geschichten gestaltet? Wie baut man Spannung auf? Wie gestalte ich Figuren? habe ich versucht, via learning by doing zu beantworten.

Wie denkt ein Bürgermeister?

Danach galt es, die Figuren für meinen Roman zu erfinden: Den Bezirksinspektor Gerhard Grinninger, den Bürgermeister Engelbert Watzinger, den Investmentbanker Werner Weiss oder wie sie alle heißen. Das einfachste wäre gewesen, sie anhand real existierender Personen (Vorbildern) nachzuschreiben. Doch so einfach wollte ich es mir nicht machen. Darüber hinaus könnte sich der eine oder andere Zeitgenosse selbst im Buch erkennen und sich beleidigt fühlen und das ist nicht mein Ziel.

Ich startete die Gedanken-Maschine und begann, mich in gewisse Charaktere hineinzufühlen. Wie denkt ein Bürgermeister? Was sagt ein von Provisionen abhängiger Finanzberater, der selbst hochverschuldet ist, einem Kunden, um ihm ein Risiko-Produkt zu verkaufen? Was passiert mit einem Kriminalbeamten, der am verdienten Feierabend den Fernseher aufdreht und beim Zappen durch die Programme nur Krimis findet? Schaut sich ein Arzt am Feierabend Arzt-Serien an?

Schreibarbeit dauerte ein Jahr

Als ich nach einjähriger Schreibphase (mit Unterbrechungen) an einem lauen Sommerabend Ende August 2015 das letzte Wort des Manuskripts in meinem Laptop tippte, war mir klar: Das Buch ist fertig. Eigentlich wollte ich es ja nur für mich schreiben. Jetzt aber habe ich mehr als 200 Seiten in meinem Laptop gespeichert. Als dann einen Tag später meine kleine Tochter Anne zur Welt kam, fasste ich in den Tagen meiner Euphorie den Entschluss, das Manuskript diversen Verlagen zu senden. Was folgte war ein langes Warten - als sich dann doch jemand meldete, war ich glücklich.

Verfasser: Christian Hartl

„Mord im Mühlviertel“, der Debütroman von Christian Hartl, erscheint Ende April im Verlag federfrei (www.federfrei.at) als Taschenbuch mit 200 Seiten. Darin haben Bezirksinspektor Gerhard Grinninger und sein Assistent Erhard Moosbichler den Mord an dem Bio-Kontrolleur Heinz Hinterleitner aufzuklären. Und Verdächtigte gibt es mehr als genug.


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