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BERZIRK ROHRBACH. Nachdem Schönegg vergangene Woche mit den Plänen vorgeprescht ist, entweder mit Helfenberg oder Vorderweißenbach zu fusionieren, zeigen auch die anderen Bürgermeister Pioniergeist und wollen bald Nägel mit Köpfen machen.

Wer mit wem? Diese Frage will rasch geklärt werden. Foto: Fellhofer
Wer mit wem? Diese Frage will rasch geklärt werden. Foto: Fellhofer

„Alles startklar“, heißt es aus den Gemeindestuben von Ahorn und Helfenberg, wo es sowieso schon eine Verwaltungsgemeinschaft gibt. Nur ein letztes Detail rund um die örtlichen Feuerwehren müsse geklärt werden, dann könnten die beiden Gemeinden schon mit 2018 eins sein.

Afiesl zerreißen?

Nicht ganz so weit ist man in Afiesl, wo die Bevölkerung ziemlich geteilt nach Helfenberg und St. Stefan zieht. Bürgermeister Erhard Grünzweil sucht für seine Gemeinde eine zukunftsfähige Lösung und will sich schon bald die Meinung der Bevölkerung bei einem Informationsabend anhören: „Was wir tun entscheiden ganz klar die Afiesler. Sollte es darauf hinauslaufen, dass ein großer Teil nach Helfenberg und ein großer Teil nach St. Stefan möchte, so kann man auch an eine Aufteilung des Gemeindegebietes denken. Möglich ist alles, es muss von der Bevölkerung mitgetragen werden.“

Unter Druck will er sich trotz der sich überschlagenden Ereignisse nicht setzen lassen, aber: „Jetzt ist der Moment da wo man sich entscheiden muss.“

St. Stefan ist bereit

St. Stefans Bürgermeister Alfred Mayr freut sich, dass endlich Bewegung in die Sache kommt und würde gerne mit Afiesl – oder wenn es sein muss auch nur mit Teilen davon – kooperieren: „Wir haben viel gemeinsam, zum Beispiel die Feuerwehrjugend, und auch die Pfarre St. Stefan reicht nach Afiesl hinein.“ Er sieht aber keinen Sinn darin, zu viele Gemeinden zu fusionieren, nur um eine gewisse Einwohnerzahl zu erreichen: „Es muss für die Leute passen. Das alltägliche Service muss nah beim Bürger bleiben, sonst werden die Leute zu Recht sauer.“ Dafür könnten Kompetenzen gebündelt und gewisse Aufgaben – zum Beispiel die Rechnungslegung – regional zusammengefasst werden.

Mayr fordert von der Landespolitik konkrete Unterstützung für die Fusionspläne: „Ohne gewisse Vorgaben von der „großen Politik“ wird es nicht gehen. Ideal wäre ein gemeinsames regionales Entwicklungskonzept für die fünf oder sechs betreffenden Gemeinden.“

„Bombe explodiert“

Die angesprochene „große Politik“ sieht die Aufbruchstimmung im Osten des Bezirkes mit gemischten Gefühlen. ÖVP-Bezirksparteiobmann Vizekanzler Reinhold Mitterlehner betitelte das Vorpreschen Schöneggs beim Gemeindeparteitag in St. Stefan als „Bombe, die explodiert ist. So wollten wir das zwar nicht, aber jetzt ist wenigstens Dynamik in die Sache hineingekommen.“ Ihm wäre es lieber gewesen, dass sich die Region vorher besser abgestimmt hätte, wo die Reise hingehen soll.

Gespräche folgen

In den nächsten Tagen folgen gemeinsame Gespräche der sechs heiratswilligen Gemeinden mit Landeshauptmann Thomas Stelzer und Gemeindereferent Max Hiegelsberger, in denen das weitere Vorgehen besprochen wird.


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