
AIGEN-SCHLÄGL. „Das ist die schönste Landesgartenschau, die es je gegeben hat.“ Immer wieder hört man diesen Satz, wenn man derzeit im Bio.Garten.Eden, der oö. Landesgartenschau in Aigen-Schlägl, seine Runden dreht. Und tatsächlich ist sie einzigartig und beispielgebend. Denn noch nie wurde eine derartige Großveranstaltung in Europa so ressourcenschonend, nachhaltig und biologisch ausgerichtet.
„Wir wollten darauf aufmerksam machen, wie weit Bio im Bereich der Bepflanzung bei einer Großveranstaltung gehen kann“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Barbara Kneidinger. Die gärtnerische Leiterin Stefanie Penkner hat sich lange Gedanken über den Einkauf von passender Erde, Dünger und Pflanzen gemacht und weiß deshalb, dass die biologische Ausrichtung keine leichte Aufgabe war. „Wir haben 1.000 m3 Substrat in Bio-Qualität eingekauft. Der Torfanteil wurde deutlich reduziert und gedüngt wird ausschließlich organisch, etwa mit regionaler Schafwolle“, nennt sie einige Beispiele. „Das ist ein Riesenschritt für die Nachhaltigkeit.“ Um auch die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, wurde auf oberösterreichische Herkunft geachtet. Und natürlich stammen auch die 120.000 Pflanzen aus Bio-Produktion.
Zusammenarbeit mit oö. Gärtnern
Während für Obst- oder Gemüsepflanzen Bio kein Problem mehr darstellt, schaut es bei Stauden oder Zierpflanzen ganz anders aus. „Von den 100 Mitgliedsbetrieben der oö. Gärtner haben drei die Herausforderung der biologischen Produktion angenommen“, erzählt Alfred Penninger (Gärtnerei Bachleitner). Mit ihnen wurden spezielle Lieferkriterien vereinbart - mit Fokus auf den achtsamen Umgang mit den Ressourcen. Mittlerweile sind die vielen Tulpen auf dem 15 Hektar großen Areal der Gartenschau dem Sommerflor gewichen, im Herbst werden dann noch Dahlien dazukommen, die für Blütenpracht sorgen. „Es waren sehr lehrreiche Ansätze, die wir durch diese Landesgartenschau gewonnen haben und wir werden auch künftig Bio-Qualität weiter anbieten - wobei das natürlich auch von der Nachfrage abhängt“, kündigt Penninger an.
Generell wurden viele heimische Wildblumen gepflanzt und angesät, wie Pflanzenplanerin Marlis Rief verrät: „Wir haben standortgerechte Wildstauden in den Beeten verwendet und diese mit gezüchteten Sorten ergänzt. Die Herausforderung ist, ohne Kunstdünger und naturnah viel Blüte und Üppigkeit zu erreichen.“ Die Pflanzen sollen langfristig erhalten bleiben und in den Folgejahren ihre ganze Pracht entfalten können. Das sei auch das Ziel der Gartenschau: Zu zeigen, wie naturnahe Pflanzung, etwa auch für öffentliche Grünanlagen, ausschauen kann.
Die Zukunft der Gartengestaltung
Dem kann Biogärtner Karl Ploberger nur zustimmen. „Jeder Hobbygärtner soll hier entdecken, dass Bio auch im Blumenbereich möglich ist. Was hier auf 15 Hektar gezeigt wird, funktioniert auch zu Hause. Denn nur so kann man das ökologische Gleichgewicht im Garten herstellen“, betont der Gartenexperte. Gleich als er 2012 das Bio.Garten.Eden-Konzept zum ersten Mal gesehen hat, war ihm klar, dass dieses „sanfte Herangehen an die Gartengestaltung“, die Zukunft ist. „Hier gibt man der Natur eine Chance und lässt trotzdem gestaltete Bereiche zu. Das ist keine Wildnis. Bei der Gartenschau wurde der Naturspielplatz in perfekter Form verwirklicht.“