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BEZIRK ROHRBACH. Nach fast 45 Jahren als Polizist, 30 davon in leitender Funktion, tritt Bezirkspolizeikommandant Herbert Kirschner heute seinen Ruhestand an.

Herbert Kirschner hat als Bezirkspolizeikommandant viele Veränderungen miterlebt. Foto: Weihbold
Herbert Kirschner hat als Bezirkspolizeikommandant viele Veränderungen miterlebt. Foto: Weihbold

Schon 1985 und 1986 hat der Haslacher die Offiziersakademie in Mödlich besucht, in den folgenden zwei Jahren war er Abteilungskommandant im Salzkammergut und im Mühlviertel. Seit 1993 stand Herbert Kirschner der Rohrbacher Gendarmerie und Polizei vor. „Seit meinem Eintritt in die Polizei hat es natürlich viele Veränderungen gegeben“, erinnert sich Kirschner an die zunehmende Computerisierung der Polizeiarbeit. Auch neue technische Möglichkeiten kamen laufend dazu. Vor allem aber die geopolitischen Veränderungen hat der Bezirk Rohrbach besonders zu spüren bekommen.

Gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn

„Vor 1989 war es undenkbar als Gendarm nach Tschechien zu reisen. Wir waren ja direkt am Eisernen Vorhang. Jetzt ist es möglich und üblich, im Rahmen der Nacheile Straftäter über die Grenze zu verfolgen“, sagt Kirschner. Sogar gemeinsame Streifen sind mit den Kollegen aus Südböhmen möglich. „Insgesamt ist der Bezirk Rohrbach vom Randbereich in die Mitte Europas gerückt. Damit verbunden ist natürlich auch grenzüberschreitende Kriminalität“, sagt Kirschner. Im Gegenzug sei aber eben auch die Polizeiarbeit internationaler geworden und heute habe man mit den Kollegen aus Südböhmen und Bayern eine hervorragende Zusammenarbeit.

Flüchtlingsstrom gemeistert

Besonders einprägsam in Kirschners Dienstzeit bleibt das Jahr 2015, als der Flüchtlingsstrom auf dem Weg Richtung Deutschland durch Österreich und über den Grenzübergang Hanging/Wegscheid zog. „Von einem Tag auf den anderen waren wir mit einer außergewöhnlichen Lage konfrontiert. Wir haben es aber geschafft, in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, der Feuerwehr, dem Bundesheer, den Gemeinden und vielen Freiwilligen die Situation ohne Zwischenfälle zu meistern“, blickt Kirschner zurück.

Weniger Verkehrstote, mehr Drogenlenker

Verändert habe sich auch das Verkehrsaufkommen. „Alleine die Zahl der Verkehrsteilnehmer ist explodiert. Trotzdem gibt es Gott sei Dank heute weniger tödliche Unfälle als noch in den 70er-Jahren“, erinnert sich der Polizei-Oberst. Freilich sei einerseits die Technik besser geworden, aber auch die Präventionsarbeit der Polizei habe dazu beigetragen. Dafür seien die Zahlen der Drogenlenker in die Höhe geschnellt – auch, weil jetzt mehr kontrolliert wird als früher.

Berufswahl nie bereut

Den Entschluss, die Uniform anzulegen, hat er nie bereut. Obwohl er in seiner Gymnasialzeit unterschiedliche Berufswünsche hatte – er wollte zu verschiedenen Zeiten Lehrer, Richter oder Schauspieler werden. Im Exekutiv-Dienst gingen diese Wünsche zumindest teilweise in Erfüllung: „In der Ausbildungsarbeit konnte ich Lehrer sein. Als Disziplinaranwalt und Vorsitzender des Disziplinarsenates konnte ich die richterliche Arbeit kennenlernen und ein gewisses schauspielerisches Talent schadet im Dienst auch nicht“, sagt Kirschner mit einem Augenzwinkern. Angesprochen auf die Zeit nach seinem aktiven Dienst, meint Herbert Kirschner: „Ich mache alles wie bisher, nur eben ohne Polizei“.


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