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ST. MARTIN/NIEDERWALDKIRCHEN/ROHRBACH-BERG. Damit aus einer guten Idee auch ein gutes Produkt wird, braucht es einfach die richtigen Partner. Wie gut also, dass der Biohof Zauner, Starlinger-­viscotec und die Rohrbacher Umweltprofis gemeinsame Sache gemacht haben und den ersten PET-Becher entwickelt haben, der wieder zu einem ebensolchen wird – und somit unendlich recycelbar ist.

Partner für das Pionierprodukt aus 100 % recyceltem und recycelbarem PET (v.l.): Abfallberaterin Ursula Salomon, BAV-Geschäftsführer Markus Altenhofer, Leonhard und Christina Zauner sowie Herbert Hofbauer und Christoph Niederhuber von Starlinger-viscotec. Foto: Gahleitner

Das Problem beim Kunststoff-Recycling ist die große Vielfalt an unterschiedlichen Kunststoffsorten und -mischungen (Multilayer-Material). Daraus kann keine lebensmitteltaugliche Verpackung mehr gemacht werden. Zudem ist der Kunststoff oft bedruckt, was zusätzlich die Recyclingfähigkeit erschwert. Anders beim rPET-Becher: „Dieser besteht aus 100 Prozent recyceltem, nicht bedrucktem Material und kann auch zu 100 Prozent wieder zu Bechern verarbeitet werden“, erklärt Herbert Hofbauer von Starlinger-viscotec, dem führenden Hersteller von PET-Recycling-Anlagen aus St. Martin. Starlinger beschäftigt sich seit über 30 Jahren intensiv mit dem Recyceln von Kunststoff. All diese Erfahrungen bezüglich Recyclingfähigkeit sind in das Verpackungsdesign des rPET-Bechers eingeflossen. Problematisch sind etwa direkte Bedruckung oder Klebstoffe, die nicht wieder entfernt werden können. Der Ursprungsbecher stammt von der Firma PETman aus Oberösterreich – ein Folienproduzent, der sich auf die Erzeugung von lebensmitteltauglicher Folie aus 100 Prozent recyceltem PET spezialisiert hat. Nach der Verwendung und wenn der Karton mit den Produktinfos sowie der Aludeckel entfernt wurden, bleibt ein unbedruckter, weißer Becher aus Monomaterial übrig, der dann wiederum geschreddert und in St. Martin erneut zum lebensmitteltauglichen Becher wird.

Vom Kunden gewünscht

Zum Einsatz kommt der rPET-Becher seit etwa drei Monaten für die feinen Milchprodukte vom Biohof Zauner in Niederwaldkirchen. Leonhard und Christina Zauner leisten damit Pionierarbeit. „Die Kunden wünschen sich wiederverwertbare Becher“, wissen die Biobauern, die in ihrer kleinen Molkerei Produkte nachhaltig und im Kreislauf der Natur herstellen. Die beiden waren auf der Suche nach einer Alternative zu den Mehrweg-Gläsern, deren Wäsche sehr aufwändig ist und viel Reinigungsmittel bedarf. Ein Kunststoff-Einwegbecher kam für sie aber nicht in Frage. „Vom rPET-Becher sind wir voll überzeugt, weil er Energie- und Ressourcen-schonend ist und auch die Stabilität stimmt“, freuen sich die Zauners. Etwa 800 Viertelliter-Becher voller Naturjoghurt, Fruchtjoghurt oder Topfen kommen pro Woche über die Hauszustellung oder den Verkauf in Supermärkten zu den Leuten.

Sammlung über ASZ

Beim Biohof werden die „Zauner-Becher“ auch wieder gesammelt. Ebenso wie in ausgewählten Altstoffsammelzentren, wo spezielle Sammelständer für rPET aufgestellt sind. „Die Idee fällt auch in der LAVU-Zentrale in Wels und bei der ARA auf fruchtbaren Boden“, unterstützt Markus Altenhofer, Geschäftsführer des Rohrbacher Bezirksabfallverbandes, die Initiative gerne. „Es ist eine Möglichkeit, wie man Recycling-Ziele in den Griff bekommt. Deshalb freuen wir uns auch über dieses gemeinsame Projekt noch dazu mit der regionalen Wirtschaft und stehen für jede derartige Aktion bereit“, ergänzt Altenhofer.

Vision: Weißer Strom aus PET

„Die Gedanken, die wir in dieses Konzept verpackt haben, laufen mittlerweile auch auf europäischer Ebene“, erklärt Christoph Niederhuber, Marketing- und Verkaufsleiter bei Starlinger-viscotec. Ziel ist ein geschlossener Verpackungskreislauf für sämtliche Milch und Molkereiprodukte aus weißem, recycelbarem PET.


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