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ROHRBACH-BERG. „Es gibt Menschen, die dem Teufel ein Gesicht geben können. Bei uns bin das halt ich“, beschreibt André Sommer seine größte Leidenschaft, das Schnitzen von Krampusmasken für die nicht mehr allzu ferne Adventszeit. Bis in die Nacht hinein arbeitet der 39-Jährige aus Sexling oft in seiner Werkstatt an den schaurig-schönen Handwerksstücken.

Foto: Hanner
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Jetzt, im September, ist André Sommer schon mittendrin in den Vorbereitungen für die kommende Adventszeit. In seiner kleinen Werkstatt erblickt da gerade ein neuer Krampus das Licht der Welt, streckt seine lange Zunge weit heraus und schaut einen mit stechendem Blick an. Fertig ist er freilich noch lange nicht, denn noch fehlen die langen Ohren, die Feinheiten und natürlich Farbe, Fell und Hörner. Rund 40 Arbeitsstunden steckt der Rohrbach-Berger in eine solche Maske, bis sie sich vom einfachen Holzblock in eine kunstvolle Larve verwandelt hat.

Viele Talente nötig

Zu dem Handwerk gehören viel Talent und auch das nötige Geschick, aber auch eine große Portion Kreativität – der gelernte Ofensetzer und Steinmetz bringt die besten Voraussetzungen mit. Seine Leidenschaft für Krampusse hat bereits in der Kindheit begonnen: „Das Krampussen gehört für mich zur Adventszeit einfach dazu. Mich haben die schon als Kind enorm fasziniert und so habe ich auch das ganze Jahr lang nichts anderes gezeichnet als Teufel und Krampusse.“

Eine schöne Tradition

Nun, da er selber Vater zweier Kinder ist, hat er den Brauch auch in seiner Familie eingeführt. „Angefangen habe ich das Krampusschnitzen vor sechs Jahren, als mein Sohn klein war. Ich wollte unbedingt, dass meine Kinder mit dieser eigentlich sehr schönen Tradition aufwachsen“, sagt Sommer, der dann auch seine Nachbarn und Freunde dafür gewinnen konnte, eine Brauchtumsgruppe zu gründen, die vor allem bei Hausbesuchen das Krampussen wieder praktiziert. Mittlerweile hat sich das zu einem richtigen Fest entwickelt: „Bei uns ist dieser Tag immer ein ganz besonderer. Da kommen die Verwandten und Großeltern und es gibt schon am Nachmittag Bratäpfel. Der Höhepunkt ist dann der Besuch vom Nikolaus mit den Krampussen“, schwärmt der Krampusschnitzer. Ihm und seinen Freunden ist es dabei aber auch wichtig, dass die Kinder keine Angst vor den Schauergestalten haben: „Wenn wir merken, dass sich ein Kind fürchtet, ziehen wir uns zurück oder halten uns im Hintergrund. Und am Schluss darf auch die Zeit nicht fehlen, dass die Kinder auf dem Schoß der Krampusse ein Foto machen können. Sie sollen sich ja auf uns freuen!“

Wie der Vater...

Jedenfalls hat ihn mit der ersten Maske eine große Leidenschaft gepackt und wenn die Kinder im Bett sind, geht er zur Entspannung in die Werkstatt und schnitzt. Jedes Jahr stattet er die neun Mitglieder der Brauchtumsgruppe Rohrbach-Berg mit neuen Masken aus. Vorausgesetzt, der Perchtenlauf in Rohrbach-Berg kann heuer Corona-bedingt stattfinden, bekommt man die Masken dort dann auch zu Gesicht.

Übrigens: Das außergewöhnliche Talent dürfte André Sommer auch an seinen Sohn weitervererbt haben. Der steht schon mit dem Papa in der Werkstatt und arbeitet jetzt an seiner ersten eigenen Maske.


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