Corona-Zahlen dramatisch angestiegen – Großteil der Infizierten ohne Symptome

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 27.10.2020 08:20 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Nahezu explodiert sind die Corona-Zahlen übers lange Wochenende in unserem Bezirk. Angst und Panik vor dem Virus brauche man nicht haben, ernst nehmen soll man die Situation aber auf jeden Fall, meint Bezirksärztevertreter Werner Stütz.

244 Menschen sind aktuell (Stand Montag Abend) mit dem Corona-Virus infiziert – Freitag Abend lag die Zahl noch bei gut 100. Mehr als 700 Menschen sind in Quarantäne. „Mit der Zahl der infizierten Personen steigt auch die Zahl der stationären Patienten im Krankenhaus. Aber die Erfahrungen der letzten Tage zeigen, dass der Großteil der infizierten Personen vollkommen asymptomatisch sind und sich deshalb gesund fühlen“, berichtet der Rohrbach-Berger Hausarzt und Chirurg Werner Stütz. Er fügt hinzu: „Diese Personengruppe stellt in Wahrheit das größte Infektionsrisiko für die restliche Bevölkerung dar, da sie ahnungslos dem gewohnten Alltag nachgehen.“

Präventionsmaßnahmen einhalten

Deshalb ist das Einhalten der empfohlenen Präventionsmaßnahmen so wichtig: Händewaschen, Desinfektion, konsequentes und richtiges Tragen der Maske, Abstand halten und das Vermeiden von größeren Gruppierungen helfen mit, die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Nur angemeldet zum Arzt

Stütz appelliert einmal mehr, speziell in Gesundheitseinrichtungen aufzupassen. Wer etwa Symptome aufweist und zum Arzt muss, muss sich unbedingt vorher anmelden. „Personen mit Fieber, Husten, Atemnot, Durchfall oder Geschmacksverlust werden üblicherweise gegen Ende der Ordinationszeit einen Termin bekommen“, erklärt der Mediziner. Wer den Auftrag zur Testung durch die Behörde bekommt und positiv auf das Corona-Virus getestet wird, sollte dies auch beim Hausarzt melden.

Schnelltest beim Hausarzt

Seit kurzem kann beim Hausarzt ein Antigen-Schnelltest durchgeführt werden. „Dieser ersetzt nicht die PCR-Untersuchung, die vom Roten Kreuz im Namen der Behörde beim Drive-In erfolgt, sondern ist quasi ein “Vortest„. Das Testergebnis liegt aber innerhalb von 15 Minuten vor“, informiert Werner Stütz. „Die Testsensitivität scheint aus bisherigen Erfahrungen recht hoch zu sein: Positive Personen im AG-Schnelltest waren bislang auch im PCR-Test positiv. Ein negativer AG-Test schließt aber eine Coronainfektion nicht definitiv aus“, ergänzt er. Ist der Test positiv, wird der Coronavirusträger umgehend der Behörde gemeldet. Außerdem werden beim Hausarzt positiv gestete Personen sofort in häusliche Isolation geschickt. „Grundsätzlich sind die AG-Tests zur Vor-Selektion kranker, also symptomatischer Menschen gedacht. Tests gesunder Personen aus Interesse beim Hausarzt stellen ausschließlich eine Privatleistung dar und sind demnach auch aus eigener Tasche zu bezahlen“, sagt Stütz. Er rät aber im Sinne der medizinischen Versorgung davon ab, weil dadurch in der Ordination wertvolle Arbeitszeit und Personal gebunden wird.

Schönreden gefährdet Gesundheit der Menschen

„Wir brauchen keine Angst vor dem Virus haben, aber man sollte es dennoch erst nehmen. Ein Negieren bzw. Schönreden der Situation gefährdet die Gesundheit der Menschen unnötig“, betont der Arzt. Allfällige einschränkende Maßnahmen durch die Politik werden sich an der vorhandenen Kapazität der Gesundheitseinrichtungen orientieren. „Diese dürfen sich nicht erschöpfen“, sagt Werner Stütz.

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Kommentare

  1. Subhash
    Subhash04.11.2020 17:44 Uhr

    Die kranken Gesunden und die kranken Kranken - Warum widerspricht Dr. Stütz den weltbesten Epidemolog*innen? Die so genannten „asymptomatischen Kranken” – vor Corana hießen sie einfach „die Gesunden” – sollen seiner Meinung nach auch ansteckend sein? Wie soll denn das funktionieren? Ach, diese Berichterstattung! Vielleicht einmal an kompetenterer Stelle informieren: https://gbdeclaration.org/die-great-barrington-declaration/

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