Am eigenen Teller kann jeder den Klimaschutz-Hebel ansetzen

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Sandra Weilnböck engagiert sich als Klimabotschafterin. (Foto: privat)
Sandra Weilnböck engagiert sich als Klimabotschafterin. (Foto: privat)
Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 19.05.2021 11:11 Uhr

ST. MARTIN. Ihre Kinder haben die richtigen Fragen gestellt. So ist Sandra Weilnböck gemeinsam mit der ganzen Familie nicht nur zur rein pflanzlichen Ernährung gekommen, sondern engagiert sich jetzt auch als parteiunabhängige Klimabotschafterin für die Klimaallianz. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Ernährung und Landwirtschaft.

„Am eigenen Teller kann man das meiste bewirken. Jeder Bissen entscheidet, wie ökologisch man selbst lebt und das ist der wichtigste Hebel, an dem man selbst ansetzen kann“, ist Sandra Weilnböck überzeugt. Die dreifache Mama hat auf den Wunsch ihrer Kinder, Tiere und Umwelt zu schützen, reagiert, sich intensiv in das Thema eingelesen und dann wurde das Küchenkastl aussortiert.

Jeder vegane Bissen zählt

„Natürlich muss nicht jeder gleich komplett vegan werden, aber jeder pflanzliche Bissen zählt“, rät die Klimabotschafterin zur bewussten Ernährung. „Lieber das Schnitzel oder das Heidelbeerjoghurt seltener essen und dafür wirklich genießen und bei allem anderen darauf achten, dass es keine tierischen Bestandteile enthält.“ Denn Butter geht beim Kochen nicht ab und der vegane Kuchen schmeckt auch ohne Eier wirklich gut. Auch aus gesundheitlichen Gründen spricht vieles für den Verzicht auf tierisches Eiweiß. „Wichtig ist, nicht das Weglassen zu sehen, sondern die neuen Möglichkeiten. Denn Klimaschutzmaßnahmen können schmecken.“

Ernährungs- & Agrarwende

Als Klimabotschafterin will Sandra Weilnböck vor allem „der Politik zeigen, dass wir ihnen auf die Finger schauen“. Denn es sei nicht Aufgabe des Normalbürgers, sich in die Daten einzulesen: „Das muss von der Politik kommuniziert werden“, fordert sie eine Anpassung der Ernährungspyramide, mehr Transparenz und einen klaren Fahrplan zur Klimaneutralität 2040. „Ohne eine Ernährungswende und die gerne vernachlässigte Agrarwende werden wir das Klimaziel nicht erreichen“, stellt die St. Martinerin klar.

Mit der Agrarwende will sie „kein Bauern-Bashing“ betreiben: „Die klein- und mittelbäuerlich strukturierte Landwirtschaft muss erhalten und gestützt werden“, betont sie. Aber Österreich setze zu sehr auf Tierwirtschaft. „Es muss Subventionen für den Umstieg auf pflanzliche Lebensmittel geben und für Renaturierungsmaßnahmen. Durch klimaschonenden Ackerbau und eine Reduktion bei der Tierhaltung könnten wir weltweit bis zu 9 Milliarden Tonnen Treibhausgase pro Jahr einsparen.“

Fußabdruck verringern

Ernährung macht mit 35 Prozent den größten Brocken beim ökologischen Fußabdruck aus. Dazu kommen aber mehrere Stellschrauben, an denen man drehen kann: Die Energiewende muss vorangetrieben werden, ebenso wie die Verkehrswende, und vor allem muss die Boden-Versiegelung aufhören, betont Weilnböck. Um Lösungswege aufzuzeigen, engagiert sie sich deshalb in einigen Organisationen, etwa auch in der neugegründeten Fridays for Future-Bewegung im Bezirk Rohrbach, bei der weitere Mitglieder willkommen sind. „Ich möchte später sagen können, ich habe alles getan, was ich konnte. Wenn ich das nicht für meine Kinder tun würde, was wär ich für eine Mama?“

Die Klimaallianz ist ein parteiunabhängiger Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, um das unterzeichnete Pariser Klimaziel zu erreichen. Klimaneutralität in den Gemeinden soll zum wichtigen Thema bei der OÖ-Wahl 2021 gemacht werden. Zur Unterstützung wurde ein Crowdfunding eingerichtet (www.respekt.net/klimaneutral), auch weitere Klimabotschafter sind gesucht. Infos: www.klimawahlen.at

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