Von Feldhasen zu Marder bis hin zum Reh: Margit Berger aus Arnreit hilft allen

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Sevim Demir Sevim Demir, Tips Redaktion, 24.11.2021 18:55 Uhr

ARNREIT. Weil kein Tier egal ist – ganz gleich wie schwach und krank –, geben Margit Berger und ihr Mann Rupert Tieren, die Hilfe benötigen, ein Zuhause und päppeln sie auf, bis sie wieder fit genug für die Natur sind. Vom Feldhasen, Marder bis hin zum Reh hatten die Arnreiter schon so einige Fellnasen in ihrer Stube.

„Die Leute sagen zwar oft, dass wir verrückt sind, aber das ist uns egal“, lacht Margit Berger, als wir inmitten zahlreicher Igelboxen sitzen und sie gemeinsam mit ihrem Mann Rupert über ihre größte Leidenschaft berichtet. Begonnen hat alles vor 10 Jahren, als ihnen ein Jäger einen verletzten Feldhasen brachte. „Es hat sich damals schon rumgesprochen, dass wir sehr tierlieb sind und uns kümmern, wenn Hilfe gebraucht wird. Der Tierarzt meinte zwar, wir sollen es aufgrund der starken Verletzung des Hasen gut sein lassen, aber das war keine Option – denn er war ja schon bei mir im Haus. Am Ende haben wir es geschafft und den Hasen übern Berg gebracht“, blickt Berger stolz zurück. Von da an geben Margit und Rupert Wildtieren, die Hilfe beim Überleben brauchen, ein Zuhause. Eichhörnchen, Marder, Lämmer, Rehe, Turmfalken und Buntspechte – sie alle wurden von den beiden gehegt und gepflegt, bis sie wieder bereit für die Natur waren. Bei Fragen oder wenn eine Behandlung notwendig ist, wenden sich die beiden an die Putzleinsdorfer Tierärzte. „Umgekehrt wissen die auch, dass wir Tiere aufnehmen und dass man sich an uns wenden kann“, erzählt Berger. Mittendrin ist stets Hündin Luna, die übrigens jegliche Tiere im Haus ebenso willkommen heißt. „Sie unterstützt uns sogar. Das Eichhörnchen haben wir ihr auf den Bauch gelegt, damit das Kleine die Wärme spürt.“

Rudi das Reh hörte aufs Wort

Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist Rudi – alle Tiere, die bei Margit und Rupert einziehen, bekommen einen Namen. Rudi war ein Reh, das mit circa drei Wochen bei den Arnreitern einzog. „Spaziergänger haben ihn in einer Wiese gefunden, ganz alleine. Wir haben Rudi mit dem Suppenflascherl aufgezogen und betreut, bis er bereit für die Natur war.“ Als es soweit war, haben Margit und Rupert einfach die Türe in seinem Außengehege nicht mehr versperrt, er konnte also jederzeit ausziehen. „Wir haben ihn dann oft beobachtet, wenn er draußen auf der Wiese Richtung Wald geschlafen hat. Wenn wir ihm aber in der Früh geschrien haben oder unser Hund gebellt hat, ist er sofort zum Fressen heimgekommen.“ So ging es weiter, bis Rudi ein dreiviertel Jahr alt war. Doch leider wurde er dann von einem Auto erfasst. „Wer weiß, wie lange er uns sonst noch täglich besucht hätte“, so die beiden, die oft an Rudi zurückdenken. Und obwohl es öfter solche Momente gibt, in denen sie am Ende um das Tier weinen, weil es trotz aller Mühe und Liebe nicht überlebt hat, so ist das für Margit und Rupert keineswegs ein Grund aufzuhören. „Ganz im Gegenteil, das spornt uns an.“ Stets bewusst ist dem Paar, dass es sich bei den meisten Tieren, die es betreut, um Wildtiere handelt – und diese auch so behandelt werden müssen. So stellten sie beispielsweise einmal für ein Eichhörnchen eine Birke im Wohnzimmer auf, damit es darauf rumklettern kann, bis es bereit für die Natur ist. „Zu Beginn kommen alle Tiere zuerst in unsere Stube, damit ich mir ein genaues Bild vom Gesundheitszustand machen kann.“

Igel im Wohnzimmer

Momentan beherbergen Margit und Rupert zwölf Igel. Zwei haben sich bereits in den Winterschlaf verabschiedet, „die haben wir bis auf 900 Gramm raufgefüttert“. Untergebracht sind die stacheligen Vierbeiner, die momentan zwischen 300 und 600 Gramm wiegen, in Boxen, die im Wohnzimmer der beiden stehen. „Wir füttern die Igel mit rohem Rinderfaschierten, dann stinken sie auch nicht“, verraten sie. Der kleinste Schützling wog nur knapp 150 Gramm. „Heuer ist es ganz extrem, wie viele kleine Igel unterwegs waren und noch sind. Das liegt zum einen daran, dass sie aufgrund des Wetters so spät zur Welt gekommen sind und andererseits an der Nahrung, die immer mehr zur Mangelware wird“, weiß Berger und ergänzt: „Wer jetzt noch einen Igel entdeckt, sollte nicht wegsehen. Denn die gesunden und kräftigen liegen bereits im Winterschlaf, alle anderen brauchen Hilfe.“

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