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SARLEINSBACH. Zwei Jahre Geduld, Ausdauer und ein bisschen Glück haben in der Destillerie Honky in Altenhofen bei Sarleinsbach nun Früchte getragen: Der erste Rum, der wahrscheinlich je im Bezirk Rohrbach hergestellt wurde, ist endlich fertig.

Helmut Gumpenberger hat ein besonderes Tröpfchen aus der Taufe gehoben. (Foto: Honky)
  1 / 2   Helmut Gumpenberger hat ein besonderes Tröpfchen aus der Taufe gehoben. (Foto: Honky)

Eine limitierte Auflage von 300 Flaschen der edlen Spirituose hat Brennmeister Helmut Gumpenberger jüngst abfüllen können. Ein wenig stolz darf er dabei schon auf sich sein, denn guten Rum zu produzieren braucht schon einiges an Erfahrung und Gespür.

„Vor etwa vier Jahren schon habe ich mit dem Gedanken gespielt, einmal auch Rum zu brennen – nämlich, nachdem ich zum ersten Mal richtigen karibischen Rum getrunken hatte und gemerkt habe, wie gut der ist“, erinnert er sich.

Was lange währt...

Gumpenberger informierte sich: Das Destillat aus Zuckerrohr-Melasse, einem dickflüssigen, dunkelbraunen Zuckersirup, einem Nebenerzeugnis der Zuckerproduktion, wird in Österreich kaum hergestellt – zumindest nicht in der typisch karibischen Art.

Zwei Jahre später kam ihm ein Zufall zu Hilfe: „Ich war auf der Destillata, der österreichischen Meisterschaft für Edelbrände, und kam wieder in den Genuss eines guten Rums. Zufällig lernte ich einen Importeur von Zuckerrohr-Melasse kennen und über ihn kaufte ich dann die erste Lieferung des Rohstoffes.“ Dann ging es los. Bei der ersten Destillation der Melasse kam ihm seine Erfahrung mit Honigdestillaten zugute: „Rum zu maischen ist ähnlich wie Honig zu maischen. Die Melasse ist aber hochsensibel in der Gärungsphase, schäumt stark und wenn du Pech hast, geht sie über. Ich hatte mich darüber aber schon gut informiert und konnte dem vorbeugen“, erzählt der Brennmeister, der sich dann auf die Verkostung freute – und enttäuscht wurde: „Ganz ehrlich, es schmeckte speziell“, lacht er heute darüber.

Skeptisch über das Ergebnis lud er seinen Mentor zur Verkostung ein – aber der war begeistert. „Er hat mich bestärkt und mir klar gemacht, dass mein Gaumen eben nicht auf Rum trainiert ist. Er hat mir geraten, ihn in einem guten Fass zu lagern und das habe ich gemacht.“

Fast zwei Jahre lang kam er dann in ein Honigwhisky-Fass – diesen stellt Gumpenberger selbst her. „Nach einem Jahr habe ich ihn dann wieder gekostet und gemerkt, da entwickelt sich wirklich was Gutes!“ Zu guter Letzt durfte der Rum noch in ein Sherrywein-Fass umziehen, was ihm fruchtige Facetten und eine kräftige Farbe verlieh.

Vanille, Mocca und mehr

Und so wurde jüngst der erste Granithochland Rum aus der Taufe gehoben, ein Destillat mit feinem, süßlichem Charakter und ausgewogenen Holznoten aus Eichenfässern. Zwei Drittel vergriffen „Vom Geschmack her ist er sehr fein und facettenreich – von schön ausbalancierten, leicht süßlichen Vanillenoten, fruchtigen Anklängen am Gaumen bis hin zu einem leichten Touch von Mocca und Tabak“, beschreibt Helmut Gumpenberger sein Produkt, um das bereits ein echtes G‘riss herrscht: Rund zwei Drittel der limitierten 300 Flaschen sind bereits vergriffen.

Doch keine Sorge, es wird wieder welchen geben: „Gerade ist die nächste Lieferung Zuckerrohr-Melasse bei mir eingetroffen, denn Rum liegt im Trend. Außerdem habe ich von der aktuellen Produktion einige Fässer zurückbehalten und es wird dann auch einen dreijährigen oder vielleicht sogar fünfjährigen Rum geben.“

Den wird man dann auch schon in der neuen Honky-Genusswelt verkosten können, die eigentlich heuer eröffnet hätte werden sollen. Pandemiebedingt wurde dies aber auf das kommende Jahr verschoben. Die Zeit nutzen Regina und Helmut Gumpenberger nun für den letzten Schliff an der Schau- und Erlebnis-Destillerie.


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