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BEZIRK ROHRBACH. In der Sozialberatungsstelle der Caritas wird besonders spürbar, dass das Leben immer teurer wird.

 (Foto: Maxx-Studio/Shutterstock.com)
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Jeder merkt beim Einkaufen im Supermarkt, beim Bezahlen an der Tankstelle oder wenn die Strom- oder Heizungsrechnung ins Haus flattert, dass man um sein Geld immer weniger bekommt. In der Sozialberatungsstelle der Caritas schlagen sich Inflation, wirtschaftliche Krisen oder Einschnitte in der sozialen Unterstützung des Staates immer zeitverzögert nieder, weiß Sozialberaterin Ilknur Düzler, die monatlich für insgesamt sechs Stunden in Rohrbach vor Ort ist. „Die Menschen kommen leider immer erst dann, wenn Feuer am Dach ist.“ Aktuell aber melden sich bei ihr sehr viele Menschen. „Alleine vergangene Woche hatte ich fünf Termine – drei Personen davon waren noch nie bei mir und sind sozusagen neu. Das sind ungewöhnlich viele.“

Deutlich mehr Beratungen

Im Vorjahr hat Düzler insgesamt 227 Beratungen durchgeführt; 64 Erwachsene und 42 mitbetroffene Kinder haben finanzielle Hilfe erhalten, die unter anderem durch Spenden möglich war. „Die Zahl der Beratungen hat sich drastisch erhöht. 2017 waren es beispielsweise nur 66 Beratungsgespräche im Jahr“, macht die Caritas-Mitarbeiterin deutlich.

Unterstützungen nicht an Inflation angepasst

Die Probleme sind auch der Corona-Pandemie geschuldet – verbunden mit Kurz-Arbeit, Freistellung oder Kündigung. „Das bedeutet weniger Einkommen, als bisher. Zugleich sind Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe oder Sozialhilfe seit Jahren am gleichen Niveau und nicht einmal der Inflation angepasst worden. Dazu kommen nun Inflation, steigende Energiepreise und Mieten. Durchschnittlich sind die Wohnkosten bei den Genossenschaften aufgrund der steigenden Energiepreise um 30 Euro erhöht worden“, weiß Ilknur Düzler.

Die finanziellen Sorgen verursachen häufig auch psychische Probleme, wie massive Existenzängste. „Die größte Sorge ist, dass das Budget nicht reicht, um unerwartete Ausgaben zu zahlen, wie etwa eine kaputte Waschmaschine oder eine Autoreparatur. Dazu kommt der soziale Druck, selbst die Schulden zu begleichen. Einige nehmen dann auch Privatschulden auf“, spricht Düzler von einem Teufelskreis: „Die Menschen schämen sich, zur Schuldnerberatung zu gehen. Dadurch verschlechtert sich ihre Situation zusehends, weil sie den Überblick über die finanzielle Situation verlieren. Es braucht professionelle Unterstützung, wenn man vor der Entscheidung steht, das Auto zu reparieren oder die Miete zu zahlen.“

Gutscheine als erste Hilfe

Die Caritas-Sozialberaterin hilft, gemeinsam mit den Hilfesuchenden einen Weg aus der Krise zu finden. Bei den persönlichen Gesprächen informiert sie außerdem über weitere Unterstützungsangebote und über sämtliche sozialrechtlichen Ansprüche. „Um die akute Notlage zu überbrücken, kann ich mit Gutscheinen für Lebensmittel und Bekleidung helfen oder bei der Zahlung von Jahresabrechnungen unterstützen. Die Caritas ist außerdem im Gremium Energie des Solidaritätsfonds von Linz AG und Energie AG vertreten. Das heißt, Menschen, die eine hohe Energie-Jahresabrechnung haben, können bei mir in der Sozialberatung einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen.“ Aktuell gibt es auch eine Förderung des Sozialministeriums, die in den Bereichen Energiekosten und Bildung unterstützt. Für alle Unterstützungsansuchen bedarf es dem Nachweis der Finanzsituation anhand von Unterlagen über Haushaltseinkommen und Ausgaben.

Die Beratung für Jungfamilien und Schwangere zählt ebenfalls zum Aufgabengebiet.

Ilknur Düzler ist jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat, jeweils von 9 bis 12 Uhr, in der Caritas-Sozialberatungsstelle in Rohrbach-Berg (Gerberweg 6) anwesend. Terminvereinbarung: Tel.: 0676/87762316, sozialberatung.rohrbach@caritas-ooe.at

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