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ST. JOHANN. Gemeinsam frühstücken, singen oder von damals erzählen – einfach nicht alleine sein: Im neuen Senioren-Tageszentrum in St. Johann erleben ältere Menschen Abwechslung vom Alltag. Und auch für die pflegenden Angehörigen bedeutet die neu entstandene Struktur Entlastung und die Möglichkeit, durchzuatmen.

Bürgermeister und Vereinsobmann Albert Stürmer begrüßte die ersten Besucherinnen im neuen Tageszentrum in St. Johann, am Bild mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Rosemarie Steinmayr (3.v.l.) und Juliane Fuchs (r.) sowie Arcus-Pflegefachkraft Anita Leibetseder (3.v.r.) (Foto: Hanner)

Nachdem die Eröffnung der Tagesbetreuung pandemiebedingt verschoben werden musste, konnten am 1. März endlich die ersten Besucher in der ehemaligen Schulwartwohnung der Volksschule St. Johann begrüßt werden. Sie wurde von ehrenamtlichen Mitarbeitern des dafür gegründeten Vereins „Alt, na(h) und?“ gemütlich mit einer kleinen Küche für die gemeinsamen Mahlzeiten und einem Gemeinschafts- und Ruheraum eingerichtet.

Auf dem Programm stehen viele gemeinsame, fähigkeitsorientierte Aktivitäten nach dem SelbA-Prinzip. Zu Mittag werden alle von der hausinternen Schulküche verpflegt und auch zu Schulveranstaltungen sollen die Tagesgäste mehrmals im Jahr eingeladen werden. Für diese einrichtungsübergreifenden Aktivitäten gibt es auch eine Förderung aus dem Leader-Topf.

Jeweils ein bis zwei ehrenamtliche Mitarbeitende betreuen gemeinsam mit einer professionellen Pflegekraft des Arcus Sozialnetzwerkes die Besucher. Diese werden, wenn es nicht anders möglich ist, auch zur Betreuung und wieder nach Hause transportiert.

Wichtige Ergänzung

Vereinsobmann und Bürgermeister Albert Stürmer freut sich über das neue und wichtige Zusatzangebot für ältere Menschen in der Region: „Momentan ist es natürlich noch für alle Neuland, für unsere Besucher ebenso wie für die Betreuenden. Ich bin mir aber sicher, dass sich bald alles eingependelt hat. Unser Tageszentrum soll eine sinnvolle Ergänzung zur mobilen Betreuung und zu den anderen Altenbetreuungseinrichtungen im Bezirk. Oberösterreichweit gibt es fast kein vergleichbares Projekt. Dafür werden wir auch vom Sozialhilfeverband Rohrbach, vielen Sponsoren und regionalen Wirtschaftstreibenden unterstützt.“

Momentan überwiege noch bei manchen Menschen aus der Zielgruppe natürlich noch die Skepsis vor dem Neuen: „Oft denken sich die Älteren: „Das brauch ich noch nicht, ich komm eh noch zurecht.“ Aber spätestens wenn sie erst einmal da sind und sehen, dass es bei uns lustig ist, tauen sie auf“, erzählt auch Juliane Fuchs, die sich als freiwillige Mitarbeiterin engagiert.

Derzeit ist das Zentrum für ältere Menschen aus den Gemeinden St. Peter, St. Ulrich, Helfenberg, Niederwaldkirchen, St. Veit und St. Johann jeden Dienstag und Donnerstag für bis zu jeweils fünf Besucher geöffnet – und auch ausgelastet. Es gibt bereits eine Warteliste.

Generationenrad beginnt sich zu drehen

Das Tageszentrum ist in der Region Hansbergland derzeit nicht die einzige Initiative für Menschen im Alter: Ab Mitte März startet das Pilotprojekt „gesUNDgemeinsam Generationenrad“, in mehreren Gemeinden der Region. Durch verschiedene Initiativen wie Mittagstische, Besuchsdienste oder regelmäßige Bewegungsangebote soll die Teilhabe am sozialen Leben in den Gemeinden gestärkt und erhalten werden. Es soll eine Sorgekultur entstehen, sodass jeder auf den anderen schaut und gesundes Altern gefördert werden. Das Hansbergland wird dabei zu einer Vorzeigeregion in Sachen Teilhabe, Partizipation und Gesundheit für Generationen.


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