In der Multi-Kulti-Gemeinde Haslach fühlen sich alle willkommen
HASLACH. Als positives Beispiel, wie mit zugewanderten Menschen aus anderen Nationen umgegangen wird und wie gut das Zusammenleben funktioniert, fällt Haslach besonders auf.

Als Emilia D‘Souza mit ihren beiden Kindern vor acht Monaten in die Webergemeinde gekommen ist, hat sie sich von Anfang an willkommen gefühlt. Seither bemüht sich die indische Familie um eine gute Integration. Sohn Joshua (14) besucht die Schule, Tochter Joia (19) macht eine Ausbildung zur Altenbegleiterin und Emilia selbst lernt eifrig Deutsch und arbeitet als Mesnerin für die Pfarre. Als indische Christin wird sie in ihrer Heimat verfolgt, „diese Bedrohungslage wird aber von der Behörde nicht anerkannt“, berichtet Lucia Peinbauer, Asylbetreuerin der Volkshilfe. Denn die Familie hat gerade den zweiten negativen Bescheid erhalten. „Eine Privatanwältin hat sich jetzt um den Fall angenommen und rollt diesen neu auf“, berichtet Karl Rauskolb, der mit der Familie befreundet ist, seit sie in der Gemeinde angekommen ist.
Bereicherung für beide Seiten
Der Haslacher mit der Bereitschaft zum Helfen und dem Interesse an kulturellem Austausch ist nur ein Beispiel für die Willkommenskultur der Gemeinde. „Die gemeinsamen Aktivitäten, das Fußballspielen, Spaziergänge oder Gespräche sind eine Bereicherung in beide Richtungen“, macht er deutlich. Und dabei denkt er nicht nur an die gute indische Küche, die ihm Emilia schon aufgetischt hat. „Multi-Kulti funktioniert in Haslach wirklich gut“, bestätigt Asylbetreuerin Lucia Peinbauer, „da gibt es keine dummen Meldungen, alle stehen den Zugewanderten freundlich gegenüber. Das ist wirklich ein Positivbeispiel.“
Flüchtlinge sollen alle gleich sein
39 Menschen verschiedenster Nationalitäten leben in den beiden Asylquartieren; dazu sind jetzt viele Geflüchtete aus der Ukraine gekommen, die in Privatquartieren untergebracht sind. Dass Letztere jedoch vom Gesetz her viel mehr Berechtigungen haben und ihnen mehr erlaubt ist als etwa Syrern oder Afghanen, bereitet Peinbauer Sorgen. Dem kann Julia Commenda vom proges Gesundheitsbüro nur zustimmen: „Wir dürfen keine 2-Klassen-Flüchtlingsgesellschaft schaffen“, betont sie. Die Projektkoordinatorin bietet in den Räumlichkeiten am Marktplatz eine Plattform zum Austausch für alle Nationen an. Hier werden die Flüchtlinge bei ihren Anliegen unterstützt, es finden Deutsch-Kurse statt, ein Frauengesundheitstreff wird angeboten und es wird auch gemeinsam gekocht. „Die Asylwerber freuen sich, wenn sie etwas zurückgeben können“, weiß Commenda aus Erfahrung.
Einmal im Monat gibt es zudem das Kultur- und Sprachcafe, bei dem sich Einheimische mit Zugewanderten treffen, gemeinsam etwas unternehmen, die Sprache geübt wird und man neue Kulturen kennenlernen kann.


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