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BEZIRK ROHRBACH. Der biogene Küchenabfall ist neben Gartenabfällen die wichtigste Ressource für die Kompostproduktion. Aus etwa 11.700 Tonnen biogenem Material erzeugen 19 Landwirte im Bezirk Rohrbach pro Jahr rund 5.000 Tonnen Kompost. Doch die Rohrbacher machen es ihren Biomüllverwertern nicht immer einfach.

 (Foto: Hanner)
(Foto: Hanner)

Die Kompostierung funktioniert nur, wenn das Material möglichst ohne Störstoffe angeliefert wird. Nur die biogenen Abfälle können kompostiert werden – alle anderen Materialien müssen mühsam händisch aussortiert werden. Das verursacht nicht nur Ärger, sondern auch hohe Kosten, die sich letztendlich in den Abfallgebühren niederschlagen.

Ein Kompostierer erzählt

Der Bioabfall wird wöchentlich von acht Kompostierbetrieben aus dem Bezirk abgeholt. Einer dieser Kompostierer ist Walter Pröll aus Ulrichsberg, der deutliche Worte findet: „Der Wohlstand, die Bequemlichkeit und die Wegwerfgesellschaft sind auch bei uns am Land zu spüren. Das größte Problem ist der steigende Plastikanteil in den Biosackerln. Das auszuklauben braucht viel Zeit und ist nebenbei keine angenehme Arbeit.“

Dass hin und wieder auch mal etwas ins Sackerl rutschen kann, was dort nicht hineingehört, das könne ja passieren, so der Kompostierer. Doch die Mengen an sogar noch eingeschweißten Lebensmitteln, die augenscheinlich noch gut wären, nimmt drastisch zu. Sogar ganze Joghurtbecher, Getränkedosen, aber coronabedingt auch Masken und Testkits finden er und seine Frau in den abgegebenen Säcken.

Über einen Kamm scheren will Walter Pröll die Leute dennoch nicht: „Ich bin überzeugt, dass der Großteil eh ordentlich und bewusst trennt. Der Anteil der schwarzen Schafe steigt aber leider.“

Kostenlose Lösung

Dabei wäre es so einfach: Jeder Haushalt kann 104 Stück Bioabfallsäcke (Papier oder Maisstärke) pro Jahr kostenlos beim zuständigen Gemeindeamt abholen, das entspricht zwei Biosäcken pro Woche. Diese Säcke sind geeignet für die bäuerliche Kompostierung – im Gegensatz zu sehr vielen in den Geschäften erhältlichen „Bio-Sackerl“, die auch noch teuer sind. Diese haben oft eine längere Zersetzungszeit und müssen daher auch händisch aussortiert werden.

Das darf in den Bioabfallsack:

  • Obst- und Gemüseabfälle
  • Schnittblumen, Gartenunkraut
  • Topfpflanzen mit Blumenerde
  • Haare und Federn
  • Kaffeefilter und Teebeutel
  • verdorbene Lebensmittel
  • Speisereste (abgekühlt)
  • fingerdicke Knochen
  • Eierschalen
  • Kleintiermist (Heu, Stroh, Späne)
  • reine Holzasche
  • Küchenrolle, Einwickelpapier
  • Pappteller, Holzspieße
  • Papierservietten, -handtücher, -taschentücher, ...

Das darf NICHT in den Bioabfallsack:

  • Plastikverpackungen & kompostierbare Kunststoffe (ausgenommen zertifizierte Bio-Sammelsäcke mit Aufdruck EN 13432)
  • größere Mengen rohes Fleisch und Tierkadaver
  • Trankabfälle tierischer Herkunft
  • große Knochen
  • Zigarettenstummel
  • Katzenstreu (Restmülltonne!)
  • Fäkalien
  • Alu-Folien
  • beschichtetes Papier für Wurst/Käse
  • Hochglanzpapier und Illustrierte (Farbe nicht abbaubar)
  • Kohlenasche
  • Staubsaugerbeutel
  • Speiseöl
  • Marinaden
  • Textilien
  • Kehricht
  • Glas
  • Tampons, Binden, Windeln...
  • Problemstoffe (Medikamente, Batterien, etc.), ...


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