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HASLACH. Zum fünften Mal können Medizinstudierende aus dem In- und Ausland in dieser Woche in und rund um Haslach praktische Erfahrungen im Feld der Allgemeinmedizin sammeln. Eingefädelt hat das Ganze der Haslacher Arzt und Präsident von AM plus (Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit) Erwin Rebhandl.

Erwin Rebhandl mit Studierenden (Foto: Hanner)
  1 / 2   Erwin Rebhandl mit Studierenden (Foto: Hanner)

In der einwöchigen „Summer School“ lernen heuer zehn Studierende die Allgemeinmedizin von verschiedensten Seiten kennen. Eine ganze Woche lang besuchen sie Hausarztpraxen in der Region, arbeiten im Haslacher Primärversorgungszentrum mit und können sich auch untereinander austauschen und vernetzen. Besuche im Altenheim Haslach, sowie Vorträge und Diskussionen mit Vertretern der medizinischen Fakultät der Linzer Johannes Kepler Universität, Ärzten, Gemeindevertretern und Vertretern der Sozialversicherung stehen ebenfalls auf dem Programm.

Intensivkur für Studierende

„Hier bei uns kommen die Studierenden hoffentlich auf den Geschmack für eine Karriere als Hausarzt in seiner modernen Form“, sagt Erwin Rebhandl, der die Idee zur Summer School 2018 geboren und erstmals umgesetzt hat. Als Universitärer Lektor für Allgemeinmedizin an der medizinischen Fakultät der JKU Linz, aber auch langjähriger Gemeindearzt von Haslach weiß er genau, welche praktischen Erfahrungen oftmals in der Ausbildung fehlen und setzt den Hebel mit der einwöchigen „Intensivkur“ genau dort an.

Und so dürfen die Studierenden während dieser Woche dem einen oder anderen Patienten Blut abnehmen, können Praxis beim Ohren ausspülen sammeln oder auch Nähte entfernen immer unter Anleitung erfahrener Mediziner und je nach Ausbildungsstand.

Wertvolle Einblicke

Den angehenden Medizinern gefällt es, solche besonderen Einblicke in den Arbeitsalltag als Allgemeinmediziner zu erhaschen: „Generell gefällt mir an diesem Beruf, dass man eigenverantwortlich arbeiten kann und mit einem breiten Spektrum an Patienten und Erkrankungen zu tun hat“, sagt etwa Christian Deicker, der im sechsten Semester studiert. Auch Lena Seiringer, ebenfalls im sechsten Halbjahr der Ausbildung, freut sich über die Gelegenheit, viel praktische Erfahrung zu sammeln: „Interessant ist auch, dass man die unterschiedlichen Herangehensweisen von verschiedenen Ärzten kennenlernt. Jeder hat so seine eigenen Methoden und ich mag es, dass man sich auch in der Allgemeinmedizin durch zusätzliche Ausbildungen spezialisieren und so seinen eigenen Neigungen und Interessen nachgehen kann.“

Arbeit aus der Nähe sehen

Die Leiterin des noch relativ neuen Institutes für Allgemeinmedizin an der JKU, Erika Zelko, ist von der Summer School sehr angetan: „Nur so können unsere Studierenden sehen, was Allgemeinmedizin-Praxis heißt. Nämlich, indem sie die verschiedenen Aspekte der Arbeit aus der Nähe kennenlernen.“

Natürlich erhofft man sich durch Initiativen wie diese, dass wieder mehr Mediziner für den Hausarzt-Beruf begeistert werden können. Der Bezirk Rohrbach ist noch in der glücklichen Lage, dass alle Hausarztstellen besetzt sind. Das sieht alleine schon im restlichen Mühlviertel ganz anders aus. Dabei stellen sie die so wichtige Basis der medizinischen Versorgung im Gesundheitswesen dar.


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