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ROHRBACH-BERG. Fast elf Jahre ist es her, seit in Rohrbach der Volkshilfe-Shop aufgesperrt hat. Und genau solange ist die heutige Leiterin, Melanie Leitner, hier beschäftigt. Sie kennt ihre Kunden und merkt, dass das Angebot gerade in Zeiten der Teuerung immer mehr gebraucht wird.

Melanie Leitner leitet den Volkshilfeshop in der Rohrbacher Bahnhofstraße. (Foto: Gahleitner)
Melanie Leitner leitet den Volkshilfeshop in der Rohrbacher Bahnhofstraße. (Foto: Gahleitner)

„Hier bei uns im Shop kommen alle zusammen – Jung und Alt, aus allen Gesellschaftsschichten. Und die Leute freuen sich, wenn sie ein Schnäppchen machen oder coole Sachen finden“, erzählt die Shopleiterin, die seit wenigen Tagen auch die Standortleitung für Eferding, Schlüßlberg und Aschach innehat. Sie merkt gerade in den letzten Monaten, dass mehr Leute das günstige Einkaufsangebot nutzen – vor allem auch junge Leute. „Zum einen wegen der Teuerung, aber ich denke auch, weil ein Umdenken stattfindet.“ Second Hand, Wiederverwendung und Ressourcenschonung gewinnen angesichts des Klimawandels an Bedeutung.

Breite Vielfalt

Im Laden in der Rohrbacher Bahnhofstraße findet man praktisch alles: von Kleidung, Schuhen, Bettwäsche und Hausrat über Bücher, Spiele bis hin zu Lampen, Möbel oder Elektrogroßgeräte, wie Waschmaschinen. Vor allem letztere sind sehr gefragt, „die können wir immer brauchen“, sagt Leitner. Aber auch bei den abgegebenen Waren merkt sie eine Veränderung: „Die Leute kaufen weniger Neues und es werden somit auch weniger oder schlechtere Sachen hergegeben.“ Schon jetzt werden gut zwei Tonnen Waren im Monat, die kaputt oder nicht mehr zeitgemäß sind, aussortiert.

Melanie Leitner wird bei der Arbeit von einer Vier-Stunden-Kraft, zwei Leasingkräften und fünf Freiwilligen unterstützt. „Ohne die Freiwilligen würde es nicht gehen, da würden wir zwei, drei fixe Kräfte mehr brauchen“, ist die Oeppingerin dankbar. Und auch ihren Kunden, von denen viele regelmäßig, manche gar jeden Tag vorbeischauen.

Volkshilfe kämpft gegen Armut

Ingrid Groiß, Vorsitzende des Volkshilfe-Bezirksvereins in Rohrbach, sagt zur aktuellen Situation: „Die Teuerung schlägt jeden Tag und bei jeder Zahlung zu und sie trifft Armutsbetroffene beziehungsweise Menschen mit geringen Einkommen und ihre Kinder ungleich härter. Aber sie ist mittlerweile auch in der Mittelschicht spürbar.“ Zum Tag der Armut (17. Oktober) werden treffsichere Maßnahmen gefordert, wie etwa eine Erhöhung der Wohnbeihilfe, die kostenlose Energieversorgung für Armutsbetroffene und wiederkehrende Direktzahlungen gegen hohe Lebensmittelpreise. „Darüber hinaus braucht es auch langfristige Maßnahmen, wie die Einführung einer sozial gestaffelten Kindergrundsicherung für alle Kinder in Österreich, um Kinderarmut abzuschaffen“, sagt Groiß.


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