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Luchs-Weibchen verschwinden auf mysteriöse Weise aus dem Rohrbacher Grenzgebiet

Petra Hanner, 13.06.2023 18:45

BEZIRK ROHRBACH. Immer wieder verschwinden junge, etablierte Luchs-Weibchen aus dem Monitoring-Raum des Luchsprojektes Österreich Nordwest mit dem Haslacher Thomas Engleder an der Spitze. Dazu gehört auch das tschechische Grenzgebiet im Bezirk Rohrbach. Zum Internationalen Tag des Luchses (11. Juni) machen WWF und Naturschutzbund auf seine starke Gefährdung aufmerksam.

Die Hoffnung auf Jungtiere ist auch heuer groß. (Foto: Staffan Widstrand / WWF)
Die Hoffnung auf Jungtiere ist auch heuer groß. (Foto: Staffan Widstrand / WWF)

Heuer hoffen alle auf Isabella und Amalka. Sie sollen die Zukunft des Luchs-Bestandes entlang der tschechisch-österreichischen Grenze im Bezirk Rohrbach sichern. Doch noch ist nichts gewiss: „Jetzt gerade, im Mai und Juni, kommen die Jungen zur Welt, aber auf unseren Fotofallen tauchen sie erst im Herbst auf. Erst dann können wir sagen, ob es heuer mit Nachwuchs geklappt hat“, ist Thomas Engleder selbst sehr gespannt.

Worum sich die Experten aber weitaus mehr Gedanken machen, ist die Tatsache, dass in den letzten zwei Jahren die Weibchen immer weniger werden. Vor drei Jahren habe es noch relativ viele Damen im Grenzgebiet und damit auch mehr Nachwuchs gegeben und man hoffte schon, dass sich der Beutegreifer in der Region weiter ausbreiten könnte.

Wilderei steht im Raum

Doch falsch: Die jungen Damen verschwinden auf mysteriöse Weise einfach von der Bildfläche. „Das ist seltsam und rein mit natürlichen Vorkommnissen nicht erklärbar. Normalerweise bleiben Weibchen für immer in ihrem Revier, wenn sie sich einmal dort etabliert haben und vor allem Junge bekommen haben. Deshalb steht auch der Verdacht der Wilderei im Raum“, so Engleder. Dasselbe gilt für die Ausbreitung in Richtung Donau. Der Lebensraum dort wäre eigentlich wie gemacht für den Luchs und es werden auch immer wieder Tiere dort gesehen. Nach kurzer Zeit verschwinden aber auch sie immer von der Bildfläche.

Akzeptanz gewachsen

Wobei die Akzeptanz des Luchses, auch in der Jägerschaft, in den letzten Jahren sehr gewachsen ist: „Bezirksjägermeister Martin Eisschiel transportiert eine gute Einstellung an die Jäger und sagt immer wieder, dass der Luchs in den Revieren kaum spürbar ist. Vor allem seit der Wolf wieder da ist, ist das Thema eigentlich stark in den Hintergrund gerückt“, sagt Engleder, der selbst auch Jäger ist.

Martin Eisschiel kann das nur bestätigen: „Es wird bei uns so gut wie nicht mehr über den Luchs geredet und das ist immer ein gutes Zeichen. Es gibt zwar sicherlich noch immer Einzelne, die mit der Situation nicht zufrieden sind, aber das wird es immer geben.“ Zum Verschwinden der Luchse in der Region kann aber auch er nur Vermutungen aufstellen: „Es gibt so viele Möglichkeiten und Gründe, warum die Tiere verschwinden, unter anderem beispielsweise der Straßenverkehr. Wilderei kann man nie hundertprozentig ausschließen, aber das sind ganz sicher höchstens Einzelfälle.“

Etwa 130 erwachsene Luchse leben im Gebiet zwischen der Oberpfalz (Bayern) und der Wachau. Davon reproduzieren etwa 30 Weibchen Nachwuchs mit etwa 60 Jungtieren im Jahr. Nur rund 15 bis 20 Prozent dieser Gesamtpopulation kommen auch ins Mühlviertel.

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