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BEZIRK ROHRBACH. Belastende Einsamkeit, unüberwindbar scheinende Probleme, psychische Erkrankungen: Die Gründe für Suizide sind vielfältig. Umso wichtiger ist es, suizidgefährdete Menschen und ihre Angehörigen zu unterstützen. Darauf macht Experte Klemens Hafner-Hanner aus St. Peter anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstages am 10. September aufmerksam.

Klemens Hafner-Hanner (Foto: Diözese Linz / Appenzeller)
Klemens Hafner-Hanner (Foto: Diözese Linz / Appenzeller)

Klemens Hafner-Hanner ist Leiter des Teams Familienberatung in der Diözese Linz und Berater bei BEZIEHUNGLEBEN.AT. Er hat auch mit Menschen, die an Suizid denken, zu tun: „Wir sprechen Suizidgedanken in der Beratung direkt an und gehen auf die Person mit ihren Fantasien konkret ein. Wir bemühen uns, Beziehung und Vertrauen herzustellen“, so Hafner-Hanner. Krisen und leidvolle Erfahrungen seien nicht zu verhindern, man könne jedoch lernen, damit umzugehen. Beratung sei eine wirksame Möglichkeit, um wieder Mut und Hoffnung zu schöpfen.

Darüber reden tut gut

In die Beratung kommen auch Angehörige oder Freunde von Menschen, die sich das Leben genommen haben. Sie befinden sich in einer Ausnahmesituation, die allein nicht immer gut bewältigt werden kann. Der Bekannten- und Freundeskreis weiß häufig nicht, wie damit umzugehen ist. Aus dieser Verunsicherung entsteht nicht selten Sprachlosigkeit; die Betroffenen fühlen sich alleingelassen. „Wir wollen Mut machen, dass sich die Angehörigen in den Beratungsstellen melden. Hier können sie darauf vertrauen, dass ihnen zugehört wird, dass sie nicht bewertet oder mit gut gemeinten Ratschlägen vertröstet werden“, sagt Hafner-Hanner. Die Erfahrung der Berater: Es ist heilsam, wenn immer wieder über den verstorbenen Menschen gesprochen werden kann und wenn offene Fragen und Zweifel ausführlich thematisiert werden können. Nicht selten würden sich Hinterbliebene auch die Frage stellen: ‚Habe ich etwas übersehen? Hätte ich etwas anders machen müssen?‘ „Das kann so weit gehen, dass Hinterbliebene selbst einem erhöhten Suizidrisiko ausgesetzt sind. Diese Menschen sind nicht krank, brauchen jedoch viel Beachtung und Unterstützung“, unterstreicht der Experte. BEZIEHUNGLEBEN.AT bietet in jedem Bezirk mindestens eine günstige bis kostenfreie Beratungsmöglichkeit an. Zusätzlich gibt es Beratung via Telefon oder Online-Chat.

Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Darüber reden hilft!

Krisenhilfe OÖ: 0732 2177

TelefonSeelsorge OÖ: 142

Chat- und Onlineberatung der Telefonseelsorge: onlineberatung-telefonseelsorge.at

Rat auf Draht für Kinder und Jugendliche: 147


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