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ST. JOHANN. Gemeinschaftliches Wohnen hat viele Vorteile und kann Bodenversiegelung und Flächenfraß die Stirn bieten. Doch hierzulande ist dieser Trend noch nicht wirklich angekommen. In St. Johann denken Marina Schwarz und Julian Etzelsdorfer nun daran, ein Haus im Ortszentrum zu einem Gemeinschaftshaus umzubauen und suchen Mitstreiter für das Projekt.

  1 / 2   Marina Schwarz und Julian Etzlsdorfer wollen ihre Vision vom gemeinschaftlichen Wohnen im Ortszentrum von St. Johann realisieren. (Foto: privat)

In Zeiten wie diesen, in denen Einfamilienhäuser nicht nur kaum mehr leistbar scheinen, sondern auch komplett dem Zeitgeist widersprechen, sind neue Wohnformen im Aufblühen. Das junge Paar Marina Schwarz und Julian Etzlsdorfer denkt schon länger über eine gemeinschaftliche Wohnform nach. Die Beweggründe sind keineswegs allein finanzieller Natur. Auch Themen wie Bodenversiegelung und Ressourcenschonung sind aktueller denn je.

Großes Haus, viele Ideen

„Mein Großvater hat in den 70er-Jahren ein Haus in St. Johann genau am Ortsplatz hauptsächlich neu errichtet. Zwei alte Gewölbe sind noch erhalten“, erzählt Schwarz. Ganze 1.400 Quadratmeter wurden damals verbaut. Über die Jahre hinweg hatte das Haus unterschiedliche Nutzungen, doch einen gewissen Leerstand gab es schon immer. „Aktuell leben wir zu fünft darin, im Erdgeschoß befindet sich noch das Büro der Transportfirma Schwarz. Mein Partner und ich werden das Haus unter der Voraussetzung, dass wir ,was draus machen können‘, übernehmen.“ Denn der große Leerstand mitten im Ort sei nicht mit den Überzeugungen des jungen Paares vereinbar. Deshalb soll nun im Ortszentrum ein gemeinschaftliches Wohnhaus entstehen. Dort soll Platz für etwa zehn unterschiedlich große Wohneinheiten mit jeweils einem kompakten privaten Wohnraum sein. Dazu gehört eine eigene Küche, ein eigenes Bad und weitere Zimmer. Verschiedene gemeinschaftlich genutzte Räumlichkeiten wie etwa eine große Gemeinschaftsküche, Werkstatt, Spiel- und Kreativraum, Gästezimmer, Waschküche oder Garten sollen ergänzend zur Verfügung stehen.

Mit Leben füllen

„Derzeit sind wir eine Gruppe von vier Erwachsenen und zwei Kindern. Wir haben unterschiedliche Hintergründe und arbeiten in völlig verschiedenen Jobs“, erzählt Schwarz. Was alle eint: „Wir sind alle in irgendeiner Weise am gesellschaftlichen Leben interessiert und engagiert, zum Beispiel im Sport- oder Kulturverein, in der Foodcoop oder im Chor.“ Gemeinsam wollen sie eine nachhaltige, zukunftsfähige und leistbare Wohnform realisieren. „Im Vordergrund steht das Miteinander, wobei auch ausreichend Raum für Privatsphäre und individuelle Entfaltung ermöglicht werden soll“, erklärt die Initiatorin. Darüber hinaus sollen sich alle Bewohner in die Gemeinschaft einbringen.

Infonachmittag im Februar

Nun sind weitere Mitbewohner gesucht, unabhängig vom Alter und egal ob Singles, Paare oder Familien. Interessierte können sich unter 0699 81223568 melden, auch ein Infonachmittag ist am 10. Februar um 14 Uhr im Haus am Hansinger Ortsplatz geplant. Ist eine passende Gruppe gefunden, soll bis Mitte 2024 geplant werden. Ein Einzug sei bis 2026 realistisch. Mehr auf www.wohnprojekt-stjohann.at


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