Gefährliche Liebschaften im Visier
BEZIRK ROHRBACH. Einem unbekannten Täter ging eine Person aus dem Bezirk Rohrbach per Sex-Erpressung auf den Leim. Gerade im Internet ist Vorsicht bei der vermeintlichen „großen Liebe“ geboten, rät Chefinspektor Günther Hollin vom Bezirkspolizeikommando Rohrbach.

Das Opfer der Sex-Erpressung wurde vom Täter über Facebook per Freundschaftsanfrage kontaktiert. Nach mehrmaligem Austausch im Facebook-Messenger wurden während eines Videochats vom Opfer ungewollt Intimbilder angefertigt. Im Anschluss wurden die Bilder dem Opfer gesendet und mit der Veröffentlichung und strafrechtlichen Verfolgung sowie Geldstrafen und Gerichtskosten in Höhe von 100.000 Euro gedroht, falls nicht 2.000 Euro bezahlt werden. Die Zahlungen sollten durch den Ankauf von Bitcoin-Bons und Übermittlung der Codes via Facebook-Messenger erfolgen.
Nachdem das Opfer den Forderungen nicht nachkam, wurden die Bilder mittels Facebook-Messenger an Familienmitglieder des Opfers gesendet.
Gefahr künstliche Intelligenz?
Solche Fälle passieren immer wieder, erzählt Günther Hollin, der gerade in den aufkeimenden Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz hinsichtlich Sex-Erpressung Gefahr wittert. Wenn etwa kompromittierende Videos von Personen erstellt werden können, die sich im wahren Leben nichts zuschulden kommen lassen haben, scheint niemand mehr sicher vor solchen Erpressungen.
Die „große Liebe“ will Geld
Eine andere Form der Abzocke ist das sogenannte „Lovescamming“. Hier investieren die Täter oft wochen- und monatelange Arbeit, um eine Beziehung zu ihrem Opfer aufzubauen. Forderungen nach finanzieller Unterstützung sollten niemals nachgekommen werden. „Hinterfragen Sie rührselige Lebensgeschichten des Gegenübers äußerst kritisch und bestehen Sie, wenn möglich, auf ein persönliches Treffen“, rät die Polizei. Gerade bei Kontaktaufnahme durch unbekannte Personen über soziale Netzwerke ist besondere Vorsicht angebracht.


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