Leserbrief: Augen zu und durch
ARNREIT. Tips-Leserin Maria Wögerbauer macht in einem Leserbrief ihre Meinung zu den aktuellen FPÖ-Wahlplakaten deutlich.

„Die Ukraine hat Russland überfallen und bombardiert dieses Land.“ Das ist eine offensichtliche Lüge. „Ursula von der Leyen hat ein Verhältnis mit dem ukrainischen Präsidenten Selensky.“ Wer so etwas behauptet, riskiert eine Klage wegen Verleumdung.
Wenn man solche Unwahrheiten aber auf ein Plakat malt und im wahrsten Sinne des Wortes in den Raum stellt, hat das scheinbar keine Konsequenzen – nur der ukrainische Botschafter regt sich auf. Man ist von FPÖ-Wahlplakaten ja einiges gewohnt, aber dieses Maß an Hetze schockiert trotzdem. Und es wirft Fragen auf: Wird der Wahlkampf der FPÖ von Putin persönlich finanziert? Ist die Partei von russischen Agenten unterwandert, die dieses Plakat entworfen haben? (Wem sonst fällt ein Wort wie „Öko-Kommunismus“ ein?) Oder ist das tatsächlich das Weltbild von Vilimsky, Kickl und Co? Soll ja vorkommen, dass Menschen ihre eigenen Lügen glauben, wenn sie sie oft genug erzählt haben. Daher gehören solche Wahlplakate eigentlich verboten: Etwas von diesen Bildern bleibt im Gedächtnis hängen, wenn man sie ständig sieht. Einen Grund gibt es allerdings, sie stehen zu lassen: Alle, die auch in Zukunft in einem freien, demokratischen Europa leben wollen, werden täglich daran erinnert, wo sie ihr Kreuzerl am 9. Juni NICHT machen dürfen.
In diesem Sinne: Augen zu und durch(halten)!
von Maria Wögerbauer, Arnreit


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